Titel: Ueber die Fabrication der Sicherheitsstreichhölzchen; von H. Howse in London.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1869, Band 193/Miszelle 8 (S. 92–93)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj193/mi193mi01_8
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Ueber die Fabrication der Sicherheitsstreichhölzchen; von H. Howse in London.

Bekanntlich sind schon viele Feuersbrünste und sonstige Unglücksfälle durch Streichzündhölzchen entstanden, welche sorglos zur Erde geworfen werden in dem Glauben, daß sie, nachdem ihre Flamme erloschen ist, nachdem sie also „ausgegangen“ sind, unschädlich jenen, während sie in Wahrheit jede leichte und trockene Substanz recht gut in Brand setzen können, indem die Holzstückchen beim Wegwerfen eine dazu genügend hohe Temperatur besitzen, wenn sie auch keine Flamme mehr haben.

H. Howse hat sich vor Kurzem ein Verfahren zur Fabrication von Zündhölzchen patentiren lassen, welches darin besteht, die Hölzchen vor dem Tauchen mit einer Lösung eines der im Nachstehenden angeführten Salze zu imprägniren, da diese Substanzen die Eigenschaft besitzen, zu verhindern daß das Holz nach dem Erlöschen der Flamme weiter brennt oder fortglimmt und verkohlt, ohne gleichzeitig die Entzündlichkeit der Streichhölzchen zu beeinträchtigen, und auf diese Weise die Unfälle zu verhüten, welche die Hölzchen verursachen können, wenn sie nach dem Ausgehen der Flamme weggeworfen werden.

Ganz zweckentsprechend und vortheilhaft in Bezug auf das Material fand Howse den Alaun; es gibt aber noch andere Salze, welche dieselben Eigenschaften haben und deren Anwendung ebenfalls zum Ziele führt, so z.B. schwefelsaure Magnesia (Bittersalz), wolframsaures Natron, kieselsaures Natron (Natron-Wasserglas), borsaures, schwefelsaures, phosphorsaures Ammoniak, Salmiak und schwefelsaures Zinkoxyd (unter diesen gibt Howse dem wolframsauren oder dem kieselsauren, borsauren, schwefelsauren und phosphorsauren Natron den Vorzug).

In eine starke Lösung von einem dieser Salze oder einem beliebigen Gemenge derselben werden die Hölzchen vor dem Tauchen so lange eingeweicht, bis sie davon ganz durchdrungen sind; darauf läßt man sie abtropfen, trocknet sie scharf und behandelt sie schließlich in der gewöhnlichen Weise.

Die zum Einweichen erforderliche Zeit ist je nach dem angewendeten Salze und der Menge des zu behandelnden Holzes verschieden; indessen läßt sich als allgemeine Regel aufstellen, daß die Hölzchen in einer kalten und gesättigten Lösung der genannten Salze etwa 48 Stunden verweilen müssen.

Die in dieser Weise behandelten Zündhölzchen fangen und brennen ebenso gut als die gewöhnlichen; sobald aber die Flamme erloschen oder ausgeblasen ist, wird das Hölzchen schwarz und ist durchaus unschädlich. (Armengaud's Génie industriel, Mai 1869, S. 264.)

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