Titel: Apparat um das Schalwerden des Bieres beim Ausschank zu verhüten; von Ferdinand Jicinsky in Prag.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1869, Band 193/Miszelle 12 (S. 175)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj193/mi193mi02_12

Apparat um das Schalwerden des Bieres beim Ausschank zu verhüten; von Ferdinand Jicinsky in Prag.

Dieser nach dem Principe der Döbereiner'schen Zündmaschine construirte Apparat besteht aus zwei in einander geschobenen concentrischen und cylinderförmigen Metallgefäßen mit einem gemeinschaftlichen Boden. Das innere Gefäß hat einen leicht abzunehmenden Deckel, nahe am Boden einige weite Oeffnungen zur Communication zwischen den Hohlräumen des inneren und äußeren offenen Behälters, ferner ein beiderseits offenes Metallrohr, welches die Mitte des kreisförmigen Bodens durchbricht, aus dem Gefäße herausragt und andererseits nahe an den Deckel reicht. Die Röhre, sowie die Wand des inneren Gefäßes tragen in dem Hohlraume desselben einige Etagen mit durchlöcherten Böden zur Aufnahme von Kreide oder Marmorstückchen. Alle Theile des Apparates bilden ein einfaches zusammenhängendes Ganze.

Beim Gebrauche wird das Gefäß mittelst eines Kautschukringes behufs luftdichter Schließung in dem Spundloch des Bierfasses befestigt, die Etagen im Inneren mit Kreide gefüllt und verdünnte Salzsäure oder Schwefelsäure aufgegossen. Es entwickelt sich sogleich die Kohlensäure, welche in das Faß eindringt, sobald Bier abgelassen wird. Dabei ist vermöge der Anordnung der Etagen im inneren Gefäße die Einrichtung getroffen, daß desto mehr Kohlensäure entwickelt wird, je größer das Bedürfniß ist und Umgekehrt. Der Apparat, welcher nur mit den Materialien beschickt zu werden braucht, Um sich dann selbst genau zu reguliren, dient hauptsächlich dann, wenn das Bier in kleinen Quantitäten in einer längeren Zeitdauer abgezapft werden soll und somit leicht schal wird.

Offenbar unterscheidet sich ein derartiges Abzapfen des Bieres von dem gewöhnlichen (wo nur Luft zum Spundloch dringt) dadurch, daß bei ihm das Bier nur von Kohlensäure berührt wird und nicht schal werden kann, und daß der Luftdruck erst mittelbar durch die flüssige Säure im Gesäße und die Kohlensäure auf das Bier einwirkt.

Die Communicationsöffnungen des inneren Gefäßes haben solche Dimensionen, daß in dem Ausnahmsfall, wo bei einer stärkeren Bierabgabe der Apparat mit der Gasentwickelung nicht nachkommen könnte, oder durch Unvorsichtigkeit nicht hinreichend beschickt worden wäre, von Außen Luft, gemischt mit Kohlensäure, in das Gefäß tritt.

Die Kohlensäure kann aus Marmor, schwach geglühter Kreide oder Magnesit entwickelt werden. (Artus' Vierteljahresschrift für technische Chemie, Jahrg. 1868, Heft 4.)

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