Titel: Ueber den Einfluß eines Gehaltes der Eisenerze an den Oxyden des Chroms und Titans auf die Qualität des Gußeisens; von A. und S. Dona Hayes, Probirern des Staates Massachusetts.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1869, Band 193/Miszelle 3 (S. 170–171)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj193/mi193mi02_3

Ueber den Einfluß eines Gehaltes der Eisenerze an den Oxyden des Chroms und Titans auf die Qualität des Gußeisens; von A. und S. Dona Hayes, Probirern des Staates Massachusetts.

Die Genannten waren längere Zeit damit beschäftigt, die Ursachen des veränderten Charakters zu ermitteln, welchen das aus dem Hohofen hervorgehende Gußeisen bisweilen zeigt, während doch bei der Gewinnung desselben anscheinend alle Umstände unverändert geblieben waren, und ein gleichartiges Erz verarbeitet wurde. Es zeigt sich in solchen Fällen der Gehalt an mit dem Eisen verbundenem Kohlenstoff vermindert, ohne daß man in dem Eisen eine genügende Menge einer anderen Substanz aufzufinden vermag, welche die eingetretene Veränderung erklären könnte. Den Verfassern gelang es, nachzuweisen, daß diese Erscheinung immer mit einem Gehalte der verwendeten Eisenerze an den Oxyden des Chroms oder Titans in Verbindung stand, |171| welcher oft wider alles Erwarten in Erzen, die man für völlig rein gehalten hatte, constatirt wurde. Sowohl die Oxyde des Chroms als diejenigen des Titans scheinen im Hohofen den Kohlenstoff zu verhindern, mit einem Theile des Eisens diejenige Verbindung einzugehen, welche das graue Gußeisen constituirt, und zwar ohne daß dabei die Metalle dieser Oxyde, das Chrom oder Titan, sich mit dem Eisen legiren oder überhaupt Bestandtheile des Gusses werden müssen.

Titanverbindungen sind häufig sowohl im Magneteisenerz als im Brauneisenstein nachgewiesen worden, und zwar in geringer Menge und in unlöslicher Form. Diese unlöslichen Titanverbindungen gehen in die Schlacken über und geben Anlaß zur Bildung der in den Hohöfen häufig auftretenden Titanverbindungen. Man muß sie sorgfältig von denjenigen unterscheiden, welche dem Gußeisen nachtheilig werden können. Die Verf. fanden nämlich in einer Anzahl von Eisenerzen sowohl ein Oxyd des Chroms als auch ein Oxyd des Titans in einem Zustande, in welchem dieselben von verdünnten Säuren gelöst wurden, daher sie bei Anwendung derjenigen analytischen Methoden, welche bei der Untersuchung von Eisenerzen üblich sind, leicht übersehen werden konnten. Folgende Zahlen zeigen das in verschiedenen Eisenerzen gefundene Verhältniß von Chromoxyd und metallischem Eisen:

Chromoxyd Eisen
Magneteisenerz 1,40 49,00
Rotheisenstein 1,60 42,47
Brauneisenstein 1,90 54,32
Derselbe 1,04 46,70

Das aus diesen Erzen gewonnene Eisen enthielt in einigen Fällen nur Spuren von Chrom, während bisweilen eine größere Menge Chrom mit dem Eisen legirt war. (Scientific American, Januar 1869, S. 38; Chemical News, April 1869, S. 163)

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