Titel: Der richtige Gebrauch des Dampfkochtopfes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1869, Band 193/Miszelle 6 (S. 172–173)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj193/mi193mi02_6

Der richtige Gebrauch des Dampfkochtopfes.

Der Dampftopf ist in unseren Küchen eingeführt, aber noch nicht sein richtiger Gebrauch.

Möchte es der folgenden neuen und einfachen Fleischzubereitungs-Methode (von Frau M. Zeller) gelingen, sich Bahn zu brechen.

Man legt die frischen und die schon einmal abgekochten Knochen ziemlich stark zerhackt auf den Boden des nicht zu großen Dampftopfes und auf dieselben das frische ungesalzene Stück Rindfleisch, gießt jedoch nur so viel Wasser mit dem üblichen Wurzelwerk und Gewürz dazu, daß der Boden des Topfes davon bedeckt ist (auf 5 Pfund Fleisch ist 1/2 Schoppen Wasser nicht zu wenig, doch richtet sich das Quantum stets |173| nach der Menge der Knochen und dem Raum des Topfes). Hauptsache ist, daß das Wasser gar nicht in Berührung mit dem Fleisch kommt, sondern dieses im eigenen Safte durch den Dampf gar wird. Die zweite Bedingung ist sehr langsames Kochen, oder vielmehr Dämpfen, damit der Fleischsaft sich nicht verringere; bei richtiger Hitze muß sich derselbe noch um 1/3 vermehrt haben und einen Extract liefern, welcher Suppe und Gemüse kräftig macht.

Auch im Sommer hält sich dieser vermöge seiner Fettschichte lange Zeit gut, und es ist anzurathen, immer den erkalteten Extract zu der frischen Suppe zu verwenden, damit sie nicht im Wasser erst allein gekocht werden muß.

Der Dampf, welcher das Fleisch binnen einer Stunde gar macht, vermag auch die Kraftbestandtheile der Knochen so zu lösen, daß neben dem Vortheil des Wohlgeschmackes, welcher dem Fleisch erhalten bleibt, auch die Sparsamkeit bei dieser Bereitungsart ihre Rechnung finden kann.

Gelingen muß die Sache, wenn man sich des starken Feuerns und des überflüssigen Oeffnens des Topfes zu enthalten weiß und in der Quantität des Wassers die gegebenen Vorschriften genau einhält. (Württembergisches Gewerbeblatt, 1869, Nr. 27.)

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