Titel: Verfahren zur Darstellung des Antimonoxyds; von W. Lindner, Chemiker in Berlin.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1869, Band 193/Miszelle 6 (S. 258–259)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj193/mi193mi03_6

Verfahren zur Darstellung des Antimonoxyds; von W. Lindner, Chemiker in Berlin.

Um aus dem natürlichen Schwefelantimon Antimonoxyd darzustellen, wandte man bis jetzt entweder zunächst Salzsäure an und erhielt alsdann eine Chloridlösung, aus welcher das basische Chlorid durch Wasser gefällt wurde, oder man digerirte das Schwefelantimon mit concentrirter Schwefelsäure und zerlegte das erhaltene schwefelsaure Antimonoxyd durch Wasser und schließlich durch Sodalösung. Im ersteren Falle war es die Langsamkeit der Einwirkung der Säure, welche überhaupt nur beim Kochen einwirkt und daher fortwährendes starkes Auftreten von Salzsäuredämpfen veranlaßt, im zweiten Falle bei schnellerer Einwirkung das Entweichen von Schwefelwasserstoffgas, |259| schwefliger Säure, Schwefelsäure- und Schwefeldampf, wodurch die Ausschließung des Schwefelantimons zu einer sehr unangenehmen Operation gemacht wurde. Alle diese Uebelstände werden vermieden, wenn man die Darstellung des Antimonchlorids in der Weise ausführt, daß man das gepulverte Erz mit einer ziemlich concentrirten Lösung von Eisenchlorid unter Zusatz von etwas Salzsäure kocht. Ohne jedes Auftreten schädlicher Gase sieht man die Farbe der Masse Heller und Heller werden; diese selbst wird immer lockerer, und in kurzer Zeit ist sämmtliches Antimon an Chlor gebunden in Lösung, während der Schwefel als solcher ausgeschieden und das Eisenchlorid zu Chlorür reducirt worden ist. Durch Verdünnen der Lösung mit Wasser und Auswaschen des Niederschlages erhält man ein sehr reines Algarothpulver, woraus durch kohlensaures Natron das reine Antimonoxyd erhalten werden kann. (Chemisch-technisches Repertorium, 1868 1. Halbj. S. 92.)

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