Titel: Ueber Kittungen; von J. L. Friedrich in Darmstadt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1869, Band 193/Miszelle 6 (S. 338)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj193/mi193mi04_6

Ueber Kittungen; von J. L. Friedrich in Darmstadt.

Jedem Gasfachmann ist es bekannt, welche wichtige Rolle die Verkittungen spielen, sowohl im Betriebe, als auch bei der Zusammensetzung eines Ofens und da ganz besonders bei dem Ansetzen der Retortenköpfe. Zu letzterem Zwecke fand ich nun bis heute keinen besseren Kitt als den allbekannten Eisenkitt mit etwas Zusatz von Thon, und versteht es sich von selbst, daß er mit dem Kittstämmer gut und sauber eingetrieben wird. Es kommt jedoch zuweilen vor, daß trotz sorgfältiger Arbeit sich hin und wieder zwischen den Fugen Gas durchdruckt; dieses nun zu verhindern, gebrauchte ich schon manchen Kitt, bis ich einen fand, der mit Recht den Vorzug behielt, und der besteht aus Schwerspath-Pulver und flüssigem Wasserglas oder ersteres und Borax-Auflösung. Mit diesem Kitte werden nun die Fugen nochmals inwendig mit einem Pinsel im Zustande der Ruhe, mit einem Kordelwischer im Betriebe, gut verstrichen.

Auch kann man diesen Kitt noch weiter gut verwenden, wenn man demselben 2/3 Theile Thon zusetzt, und steht er alsdann in der Glühhitze recht gut. Anstatt des flüssigen Wasserglases und der Borax-Auflösung kann man in letzterem Falle recht gut und weit billiger durchkommen, wenn man gestoßenes weißes Glas zusetzt.

Daß die Kittung mit Schwerspath-Pulver eine vorzügliche ist, beweist die Glasur in den gußeisernen Kochgeschirren u.s.w., sie besteht aus demselben. (Journal für Gasbeleuchtung, Juli 1869, S. 345.)

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