Titel: Vorschlag zu einem neuen photographischen Pigmentverfahren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1869, Band 193/Miszelle 9 (S. 339–340)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj193/mi193mi04_9

Vorschlag zu einem neuen photographischen Pigmentverfahren.

Bei den jetzigen Pigmentverfahren wird Gelatine mit Farbstoff gemischt, durch ein doppelt-chromsaures Salz empfindlich gemacht und nach der Belichtung die löslich gebliebene Gelatine entfernt.

Das brittische Journal bringt einen ganz anderen Plan in Vorschlag; es soll nämlich das Pigment an den vom Licht getroffenen Stellen der Gelatine entwickelt werden. Ein Beispiel wird am besten erläutern, auf welche Reaction der Plan sich gründet. Man gebe einige Tropfen neutraler Auflösung von salpetersaurem Kobaltoxyd oder Kobaltchlorid in ein Glas und verdünne mit etwas Wasser. Die Lösung ist farblos oder schwach rosa. Wenn wir nun klare Auflösung von Chlorkalk hinzugießen, entsteht sofort ein schwarzer Niederschlag von Kobaldoxyd. Eine Auflösung von essigsaurem Bleioxyd mit Chlorkalklösung versetzt, läßt beim Erwärmen einen tiefbraunen Niederschlag von Bleisuperoxyd fallen.

Ferner: sättigen wir Fließpapier mit neutraler Auflösung von Manganchlorid und lassen nach dem Trocknen einen Tropfen Chlorkalklösung darauf fallen, so entsteht ein tiefbrauner, bald ganz schwarz werdender Fleck von Mangansuperoxyd. Auch wenn wir neutrale Manganchloridlösung mit kohlensaurem Natron versetzen, den entstandenen weißen Niederschlag von kohlensaurem Manganoxydul auf Papier streichen und trocknen lassen, so erhalten wir mit Chlorkalk den schwarzen oder tiefbraunen Fleck.

Der Herausgeber des brittischen Journals beschreibt nun folgenden Versuch.

Kohlensaures Manganoxydul wurde mit starker Gelatinelösung gemischt, die 6 Gran doppelt-chromsaures Kali pro Unze enthielt. Mit dieser Mischung wurde eine collodionirte Platte überzogen. Nach dem Trocknen wurde die Schicht unter einem Negativ belichtet und zwar die Collodiumschicht in Berührung mit dem Negativ. Nach einigen |340| Minuten war ein schwacher Abdruck entstanden. Die lösliche Gelatine wurde durch warmes Wasser entfernt und darauf der Abdruck in eine lauwarme Auflösung von Chlorkalk getaucht. Das Bild erschien mit tiefbrauner, fast mit schwarzer Farbe. (Photographisches Archiv, 1869 S. 242)

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