Titel: Verfahren zur Reinigung des Petroleums, des Paraffins und anderer Kohlenwasserstoffe; von J. Fordred, F. Lambe und C. Sterry.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1869, Band 193/Miszelle 13 (S. 437)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj193/mi193mi05_13

Verfahren zur Reinigung des Petroleums, des Paraffins und anderer Kohlenwasserstoffe; von J. Fordred, F. Lambe und C. Sterry.

Nach dem den Genannten in England und Frankreich patentirten Verfahren wird das Oel, wenn es vorher schon theilweise gereinigt und zuletzt mit Schwefelsäure behandelt wurde, mit Leimauflösung oder einer anderen gelatinösen Substanz, oder mit Mehl oder Stärke, welche mit Wasser oder Milch zubereitet (wahrscheinlich gekocht) sind, behandelt. Hat das Oel aber noch keine chemische Behandlung erlitten, oder wurde es bloß mit Alkali behandelt, so beginnt man die Reinigung zunächst durch Behandlung mit Schwefelsäure in bekannter Weise, trennt es von dem dabei entstandenen Theerabsatz, und behandelt es dann mit Leimauflösung. Die Mischung des Oeles mit Leim oder der sonstigen Substanz wird in jedem Fall erwärmt und umgerührt, worauf man die schleimige wässerige Flüssigkeit, welche nun den Rest der Unreinigkeiten aufgenommen hat, sich absetzen läßt.

Eine andere Behandlung des bloß mit Schwefelsäure oder auch bereits mit Leim gereinigten Oeles besteht darin, daß man dasselbe per 100 Liter mit 5 Kilogr. fein zertheiltem Thon versetzt und durch Umrühren innig mit demselben vermischt; bei darauf folgender Ruhe setzt sich der Thon mit den Unreinigkeiten zu Boden, worauf das Oel decantirt wird.

Leichte Kohlenwasserstoffe, welche sich bei der zur Reinigung nöthigen Temperatur verflüchtigen würden, werden in einem geschlossenen Behälter mit Rührapparat und Hals zum Abführen der Dämpfe behandelt. Nach der Behandlung mit Schwefelsäure filtrirt man das Oel zweckmäßig erst durch Sand, Baumwolle oder Wolle, um suspendirte Theile zu entfernen.

Das Paraffin wird folgendermaßen behandelt: Das Rohparaffin wird geschmolzen, und, nachdem man die Unreinigkeiten sich daraus hat absetzen lassen, in ein anderes Gefäß gegossen, in welchem man es bis 110° C. erhitzt. Man fügt dann 5 Proc. Schwefelsäure hinzu, vermischt dieselbe durch Umrühren innig mit dem Paraffin, und läßt dann die durch die Einwirkung der Säure entstandene theerartige Substanz sich zu Boden setzen, worauf das Paraffin abgegossen wird. Dasselbe wird dann mit Leimauflösung oder Thon vermischt, und die Mischung in der Wärme stehen gelassen, worauf man das Paraffin von dem Bodensatz trennt. Dasselbe kann darauf mit leichtem Theeröl vermischt, wie gewöhnlich gepreßt, wieder geschmolzen und durch Knochenkohle oder Thon filtrirt werden.

Der Thon, welcher zur Reinigung von Oel oder Paraffin benutzt worden ist, kann wiederholt zu demselben Zweck verwendet, und zuletzt kann ihm das ihm anhängende Oel oder Paraffin durch Waschen oder Abdestilliren entzogen werden. (Armengaud's Génie industriel, März 1869, S. 156.)

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