Titel: Ueber das Lutein.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1869, Band 193/Miszelle 15 (S. 438)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj193/mi193mi05_15

Ueber das Lutein.

Mit diesem Namen bezeichnet Thudichum (Proceeding of the Royal Society, vol. XVII p. 255) einen bis jetzt noch nicht beschriebenen krystallisirbaren gelben Farboff, welcher sich sowohl in Thieren als in Pflanzen findet. Man traf ihn in den corpor. lut. der Ovarien von Säugethieren, im Blutserum, in den Zellen des Fettgewebes, in dem gelben Fett der Butter und anomal in Eierstockgeschwülsten, Cysten und serösen Ergüssen, ferner regelmäßig im Eidotter der eierlegenden Thiere. Im Pflanzenreich beobachtete man ihn im Maissamen, in Schalen und Fleisch, in Früchten, wie Anotto (Orlean), in der Mohrrübe, in den Staubfäden und Blumenblättern vieler Blüthen.

Das Lutein löst sich nicht in Wasser, aber leicht in Aether, Alkohol und Chloroform, sowie in eiweißhaltigen Flüssigkeiten, mit gelber Farbe; nur die concentrirte Chloroformlösung ist orangeroth. Das Spectrum dieser Lösungen zeichnet sich durch drei Absorptionslinien in Blau, Indigo und Violett aus.

Die Krystalle des Luteins erscheinen mikroskopisch als rhombische Tafeln, meist übereinander gelagert, und gelb, wenn dünn, orangeroth, wenn dick. Sie werden durch Salpetersäure vorübergehend blau, dann wieder gelb. Ihre Lösung in Weingeist wird nur durch essigsaures Quecksilber sogleich und vollständig gelb gefällt; durch Quecksilbernitrat ebenfalls, aber der gelbe Niederschlag wird bald weiß.

Das Lutein hat große Verwandtschaft zu Fetten und zu Albumin, und läßt sich schwer davon trennen; aus corpor. lut. oder Eidotter ausgezogen, löst sich mit ihm stets ein öliges Fett, welches phosphorhaltig ist. Es findet sich abgelagert in Körnchen, welche mit dem Wachsthum immer breiter und dunkler werden. (Journal für praktische Chemie, Bd. CVI S. 414).

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