Titel: Neues Reagens auf Nickel und Unterscheidungsmittel von Nickel und Kobalt; von C. D. Braun.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1869, Band 193/Miszelle 9 (S. 435)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj193/mi193mi05_9

Neues Reagens auf Nickel und Unterscheidungsmittel von Nickel und Kobalt; von C. D. Braun.

Fügt man zu einer Lösung von Kaliumsulfocarbonat etwas Nickelsalzlösung., so färbt sie sich carmoisinrothbraun, in starker Verdünnung rosenroth. Der Verf. benutzt diese Erscheinung um Nickel nachzuweisen. 250 Kubikcentimeter Kalilauge, welche 5 Proc. Kaliumoxyd enthalten, werden zur Hälfte mit Schwefelwasserstoff gesättigt, dann die andere Hälfte zugefügt und nun zwei Tage lang mit 10 K. C. Schwefelkohlenstoff gelinde erwärmt. Die orangerothe Lösung wird von dem ungebundenen Schwefelkohlenstoff abgegossen. Aus der Lösung, in welcher man Nickel nachweisen will, wird das Kobalt zunächst durch Kaliumnitrit entfernt, das Filtrat mit Ammoniak alkalisch gemacht, mit Salmiak und etwas farblosem Schwefelammonium gefällt. Das Filtrat von diesem Niederschlage gibt beim starken Eindampfen einen Niederschlag von Schwefelnickel, wenn solches vorhanden ist. Dieser Niederschlag wird auf einem Filter gesammelt, gewaschen, getrocknet, geglüht und mit Salpetersäure abgeraucht. Der Salzrückstand wird in Wasser gelöst und zu etwa 50 K. C. Wasser gefügt, die 1 – 2 Tropfen des obigen Reagens enthalten. Bei Anwesenheit von Nickel tritt nun die rosenrothe bis carmoisinrothe Färbung ein. – Durch directe Versuche überzeugte sich Braun, daß man noch 1/100 Milligrm. Nickel, welcher in 1 K. C. gelöst ist, auf diese Weise erkennen kann. – Die in Kaliumsulfocarbonat gelöste Nickelverbindung gibt in verdünter Lösung deutliche Absorptionsbänder im Spectralapparat, concentrirte Lösungen löschen das Licht vollständig aus.

Verdünnt man Kobaltlösung so stark, daß sie nicht mehr recht roth erscheint, schüttelt sie dann mit einigen Krystallen von pyrophosphorsaurem Natron, bis diese gelöst sind und fügt schließlich unterchlorigsaures Natron zu, so bildet sich eine braune Lösung von phosphorsaurem Kobaltoxyd. Bei einiger Concentration ist die Lösung fast schwarz. Nickel gibt unter denselben Verhältnissen eine farblose Flüssigkeit. Man kann so Kobalt neben Nickel nachweisen, muß sich aber vor Erwärmen der Lösung hüten, weil sonst beide Metalle als Oxydhydrate schwarz gefällt werden. Nach Liebig kann man dann in einer anderen Probe, welche Kobalt und Nickel in alkalischer, mit Cyankalium versetzter Lösung enthält, ebenfalls durch unterchlorigsaures Natron das Nickel erkennen an der schwarzen Färbung, welche dadurch allein die Nickellösung erhält. (Zeitschrift für analytische Chemie, durch Zeitschrift für Chemie.)

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