Titel: Lauth's Verfahren zum Färben und Drucken mit Anilinschwarz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1869, Band 193/Miszelle 15 (S. 522)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj193/mi193mi06_15

Lauth's Verfahren zum Färben und Drucken mit Anilinschwarz.

E. Lauth in Paris ließ sich zum Färben und Drucken mit Anilinschwarz folgendes Verfahren in Frankreich patentiren:

1) Zum Färben von pflanzlichen Faserstoffen, wie Baumwolle, Leinen, Hanf, Holz etc. werden diese Stoffe in einer concentrirten Lösung eines Mangansalzes gebeizt; nach dem Trocknen wird das Manganoxydul durch eine Passage durch ein Alkali freigemacht und darauf durch Aussetzen an die Luft oder durch Passiren durch Chlorkalk in Manganoxyd oder Mangansuperoxyd übergeführt. Auch kann man durch Behandeln mit mangansaurem oder übermangansaurem Alkali auf den Stoffen Mangansuperoxyd erzeugen, überhaupt jedes Verfahren benutzen, durch welches höhere Oxydationsstufen des Mangans fixirt werden. Die mit Mangansuperoxyd bedeckten Stoffe werden gewaschen und dann in eine saure Anilinlösung gebracht, in der sie sich sofort schwarz färben; diese Lösung kann z.B. bestehen aus: 1 Liter Wasser, 50 Grm. Anilin und 100 Grm. Salzsäure. Das erzeugte Schwarz ist, wie stets bei Anwendung saurer Bäder, dunkelgrünlich; in seiner vollen Intensität tritt es hervor, wenn man die Stoffe in Wasser oder besser in einer alkalischen Lösung oder in einem Seifenbad wäscht. Nach dem Waschen kann man zur Erhöhung der Intensität durch eine Lösung von doppelt-chromsaurem Kali passiren.

2) Für thierische Faserstoffe, wie Wolle, Seide, Haare, Federn, Leder, Elfenbein etc. ist das Verfahren das gleiche, nur sind beim Beizen vorzugsweise mangansaure und übermangansaure Salze anzuwenden; jeder der genannten Stoffe muß, wie bekannt, etwas verschieden behandelt werden, so Wolle bei höherer Temperatur als Seide, Leder und Federn mit weniger concentrirten Lösungen als Wolle und Seide etc. Beim Drucken ist die Beize aufzudrucken. – Die Manganoxyde können auch durch andere sauerstoffreiche Metalloxyde oder Säuren ersetzt werden, die unlöslich sind und leicht zersetzt werden. (Deutsche Industriezeitung, 1869, Nr. 35.)

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