Titel: Ausnutzung der Gerberlohe mittelst der Macerationsmethode.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1869, Band 193/Miszelle 16 (S. 522–523)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj193/mi193mi06_16

Ausnutzung der Gerberlohe mittelst der Macerationsmethode.

Um die Gerberlohe vollständig auszunutzen, extrahirt man dieselbe in Frankreich neuerdings nach einem Verfahren, welches schon seit längerer Zeit als Macerationsmethode von Schützenbach zur Zuckergewinnung aus Runkelrüben in Anwendung ist. Eine große Anzahl runder Bottiche von je 2 Meter Höhe und 1,25 Meter Durchmesser, in deren jeden in 1 Decimeter Höhe über dem Boden ein zweiter Boden eingelegt ist, steht mit einander derart in Verbindung, daß ein Rohr, welches unter dem Einlegboden des einen Bottiches beginnt, 0,15 Meter unter dem Rande des zweiten Bottiches mündet, von dem Boden dieses zweiten Bottiches wieder ein Rohr nach dem Rande des dritten reicht etc. Wird nun auf die Lohe, welche sich in dem ersten Gefäße befindet, aufgegossen, so geht die Brühe in das zweite Gefäß über, bei weiterem Aufgießen in das dritte und vierte etc. Die Brühe wird in den entfernteren Bottichen immer concentrirter, nimmt aber eben deßwegen immer weniger Gerbstoff auf, so daß die Lohe in den letzten Gefäßen immer stärker, d.h. gerbstoffhaltiger ist als in den ersten. Aus dem letzten Gefäße wird die Lohe nahe am Boden abgelassen. Sind z.B. n Gefäße vorhanden, so ist die Lohe in dem ersten n Mal extrahirt, wenn die im letzten erst 1 Mal extrahirt ist. Auf die Lohe im ersten Gefäß wird nun Wasser aufgegossen, dadurch die Brühe in das nächste Gefäß verdrängt, dann das Wasser ausgelassen und |523| die nun ganz ausgenutzte Lohe herausgeworfen. An Stelle derselben wird frische eingefüllt und auf diese läßt man wieder die schon durch die übrigen Bottiche gegangene Brühe fließen, d.h. dieses erste Gefäß wird nun in dem Auslaugproceß das letzte. Dann wird die nächstälteste, d.h. meist ausgelaugte Lohe weggeworfen, durch frische ersetzt und so weiter in ununterbrochenem Gang. Man hat hierbei nicht nur den Vortheil, daß die Lohe vollständig ausgelaugt wird, sondern auch den, daß man stets Brühen von verschiedener Concentration zur Verfügung hat. (Deutsche Industriezeitung.)

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