Titel: Unterscheidung von Leinen und Baumwolle ohne jedes Hülfsmittel; von Dr. Wiederhold.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 195/Miszelle 18 (S. 95)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj195/mi195mi01_18

Unterscheidung von Leinen und Baumwolle ohne jedes Hülfsmittel; von Dr. Wiederhold.

Wenn man einen Faden aus Leinen oder Baumwolle, indem man die beiden Enden in je eine Hand nimmt, langsam und vorsichtig aufdreht, ihn alsdann durch einen gelinden Zug auseinanderreißt und nun die beiden durch den Riß entstandenen Enden beobachtet, so findet man, daß sich der leinene Faden vom baumwollenen in folgender Weise charakteristisch unterscheidet: Der baumwollene Faden geht zunächst sehr leicht, d.h. ungleich leichter als der leinene, auseinander und zeigt an seinen langgestreckten Enden ein gekräuseltes, zweigartig gewundenes Aussehen; der leinene Faden dagegen reißt in der Regel kurz ad und die Enden bilden ein aus geraden, nicht sich windenden Fädchen bestehendes Büschel. Wer einmal diese Probe an reinem Leinen und Baumwolle gesehen, wird sich, glaube ich, nicht mehr täuschen können, und es wird ihm ein Leichtes seyn, ein Gewebe nach dieser sehr einfachen Methode auf Beimischung des einen oder anderen Bestandtheile zu untersuchen. Da, wo das Erinnerungsvermögen nicht mehr völlig ausreicht, hat man im letzten Falle indessen nur zu prüfen nöthig, ob sich alle Fäden eines Gewebes bei Anstellung der Probe gleich verhalten. Wir empfehlen diese Probe angelegentlichst der Aufmerksamkeit und Nachprüfung der Techniker. (Gewerbeblätter für Kurhessen.)

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