Titel: Mazeline's Dampfmantel für Dampfmaschinencylinder.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 195/Miszelle 2 (S. 87–88)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj195/mi195mi01_2
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Mazeline's Dampfmantel für Dampfmaschinencylinder.

Kürzlich ließ sich der Ingenieur Mazeline in Havre eine Vorrichtung patentiren, um im Dampfmantel eines Dampfmaschinencylinders eine höhere Temperatur zu erzielen, als der in den Cylinderraum tretende Dampf besitzt, wodurch die Condensation des Dampfes im Cylinder verhütet werden soll.

Nach Mazeline ist es ein Fehler, den Cylinderdampf vorerst in den Mantelraum zu führen, wo im Voraus ein Theil der Wärme entzogen, eine Wasseransammlung stattfinden wird und Wasser in den Cylinder gerissen werden kann.

Bei den neuen Hochdruckmaschinen mit Oberflächen-Condensator, wie beispielsweise auf der kaiserlichen Yacht „l'Hirondelle,“ dann bei denen für die neu zu bauenden Postdampfer für den stillen Ocean wird die erwähnte Unzukömmlichkeit vermieden, indem zur Erwärmung der Cylinderwände ein besonderer Kessel Dampf, und zwar mit etwas höherer (etwa 1 Atmosphäre) Spannung als der Betriebsdampf liefert.

Dieser Heizdampf umzieht den Cylindermantel ohne in's Innere des Cylinders zu gelangen; alsdann geht derselbe durch einen Schlangenrohr-Vorwärmer, welcher mit Meerwasser gespeist wird. Der hieraus entweichende Dampf, sowie der aus dem Meerwasser sich bildende gelangen in den Oberflächen-Condensator zur Verdichtung und Speisung der Betriebskessel.

Der höher gespannte Heizdampf treibt sämmtliche condensirte Dämpfe nach den Betriebskesseln (mit niederer Spannung), in deren Nähe ein Ventil befindlich ist, welches geschlossen bleibt, falls der Druck im Kessel größer ist.

Das Princip dieser Anordnung besteht also in der Verwendung von höher gespanntem Dampf für den Cylindermantel, welcher schließlich in den Speisekessel mit niederer Dampfspannung zurückkehrt. (Armengaud's Génie industriel, November 1869, S. 275.)

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