Titel: Ueber die Selbstschmierung der Stopfbüchsen bei Dampfmaschinen etc.; von Joseph Thoma, Ingenieur in Memmingen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 195/Miszelle 3 (S. 88)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj195/mi195mi01_3

Ueber die Selbstschmierung der Stopfbüchsen bei Dampfmaschinen etc.; von Joseph Thoma, Ingenieur in Memmingen.

Da in neuester Zeit Selbstschmierung für Stopfbüchsen bei Dampfmaschinen angepriesen wird, so erlaube ich mir, eine Methode mitzutheilen, die ich schon lange im kleinen Maaßstabe anwendete.

Es ist eine längst bekannte Thatsache, daß fein geschlämmter Graphit sogar zum Einölen der feinsten Uhren wie für Chronometer angewendet wird. Ferner ist für Cylindergebläse mit Lederliderung der Graphit das einzige Schmiermittel, indem man denselben durch die Saugventile an den Umfang des Cylinders streut.

Diese Thatsachen veranlaßten mich, bei kleineren Pumpen die Stopfbüchsen mit einem Gemenge von geschlämmtem Graphit mit Schweinefett zusammengeknetet zu füllen, wodurch die teigartige Masse zusammengepreßt die Kolbenstange stets in einem gleichmäßig fettfühlenden Zustand erhielt.

Füllt man nun die Stopfbüchse einer Dampfmaschine mit der gleichen Substanz oder nimmt man sogar anstatt des Fettes zum Anmachen des Graphits nur Wasser, so wird durch den Zutritt von Dampf- und Condensationswasser, welches sich stets in der Stopfbüchse in kleinem Quantum ansammelt, die gleiche Wirkung hervorgebracht werden, indem sich der Graphit, welcher die Kolbenstange berührt, etwas anfeuchten wird und dadurch stets die nöthige Schmierung ersetzt.

Das Einzige, was bei einer solchen Anwendung zu beobachten seyn wird, ist, daß man die Stopfbüchse von Zeit zu Zeit gehörig anzieht, damit der Graphit nicht zu dünnflüssig wird. (Württembergisches Gewerbeblatt, 1869, Nr. 52.)

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