Titel: Verbesserungen an Papiermaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 195/Miszelle 2 (S. 202–203)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj195/mi195mi02_2

Verbesserungen an Papiermaschinen.

a) Neue Walzen für die Naßpresse.

In der Naßpresse einer Papiermaschine wird das Papier, indem es von endlosen wollenen Tüchern (Filzen) unterstützt zwischen Metallwalzen durchgeht, großentheils von dem noch enthaltenden Wasser befreit und selbst verdichtet.

Dagegen wird der Einwand erhoben, daß bei Durchgang des Papieres zwischen solchen Walzen der Druck auf dasselbe allzu kräftig wirken, dasselbe verdünnen und die Elasticität der Fasern wesentlich gefährden muß. Auch das Filztuch wird zwischen den zwei Metallwalzen zu stark angegriffen und schneller abgenutzt.

Diese Uebelstände sollen (nach dem Patent, welches sich Robert Craig, Newbattle Papierfabrik, bei Dalkeith, für England ertheilen ließ) behoben werden, wenn die mit Filztuch bekleidete Druckwalze aus einem Material hergestellt oder mit einem solchen überzogen wird, welches einen geringen Grad von Elasticität besitzt, wo dann bei gleichbleibendem, zur Entwässerung nöthigen Druck das Filztuch bedeutend geschont wird und das Maschinenpapier selbst von besserer Qualität ist.

Die Art der Herstellung der neuen Preßwalze wird nachstehend angegeben. Auf die gewöhnliche Walze wird eine Lage von Kautschuk aufgestrichen und so weit erhärten gelassen, bis diese Schicht an dem Metallkörper genug anhaftet; hierauf wird eine zweite Lage, und zwar von vulcanisirtem Kautschuk aufgetragen, wobei also die äußere Schichte weicher und elastischer ausfällt. Bei derart zubereiteten Walzen haftet der Kautschuküberzug dauernd und die Vortheile ihrer Anwendung lassen sich am Papier sowohl als an der längeren Verwendbarkeit der Filztücher erkennen. (Mechanics' Magazine, September 1869, S. 225.)

b) Ibotson's Knotenfänger.

Bei diesem von den Ingenieuren Tidcombe und Sohn in Watford (England) construirten Knotenfänger passirt der Papierzeug mehrere Canäle, deren Böden in der bekannten Art gebildet sind, so daß die feinen Fasern durch die Knotenplatten nach der Papierform gelangen können. Ein kleiner Theil des Zeuges, dann der dickere, die Knoten und Unreinigkeiten werden aber abgeleitet und verdünnt mit einem Theil des von dem Formsieb abfließenden Wassers in einen zweiten Knotenfänger gebracht, welcher vor oder unter dem ersten aufgestellt wird. In Folge der größeren Verdünnung der Masse Passiren die Papierfasern leichter die Spalten des Bodens, während die gröberen Theile, wie Knoten etc. zurückgehalten werden. Zeitweilig wird der zweite Knotensänger behufs der Reinigung abgestellt und der Abfluß vom ersten Apparat zur Zeugbütte |203| geleitet, wohin auch der sehr verdünnte Papierzeug vom zweiten Apparate gelangt.45) Unserer Quelle nach soll ein Fabrikant von Zeitungspapier in England durch die Einführung dieses Knotenfängers das Pfund Papier um 1/4 Pence an Werth erhöht finden. (Engineer, December 1869, S. 415.)

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Man vergleiche: Amos, Verbesserung am Knotenfänger der Papiermaschinen, polytechn. Journal Bd. CLXXI S. 120.

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