Titel: Bleirauchcondensation zu St. Blasien im badischen Schwarzwald.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 195/Miszelle 4 (S. 282)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj195/mi195mi03_4

Bleirauchcondensation zu St. Blasien im badischen Schwarzwald.

Zur Condensation des bei Verarbeitung der Kupfernickelerze entstehenden Hüttenrauches haben Koch und Moldenhauer mit sehr günstigem Erfolge für die Röst- und Krummöfen einen Kohksthurm in Anwendung gebracht, dessen Inhalt mit einer wässerigen Lösung von kohlensaurem Natron befeuchtet wird. Letztere sammelt sich in einem an der Basis des Thurmes angebrachten Bleireservoir wieder an und wird bis zur Erschöpfung durch eine Pumpe wieder auf die Höhe des Thurmes getrieben. Ist die Erschöpfung eingetreten, was durch den Zusatz eines Tropfens Schwefelsäure auch vom Arbeiter leicht zu erkennen ist, so wird das Reservoir entleert und mit neuer Lösung gefüllt. Der entstehende Aufwand ist nur unbedeutend, da kohlensaures Natron mit 98 Proc. wenig über 5 Thlr. der Centner kostet und das erfolgende schwefelsaure Natron sich leicht in gut verkäufliches unterschwefligsaures Salz umwandeln läßt. Der Apparat ist so wirksam, daß der demselben entströmende Rauch blaues Lackmuspapier nicht röchet und nur wegen eines Gehaltes an brenzlichen Verbrennungsproducten einen Geruch gibt. Eine einmalige Füllung von 25 Pfd. kohlensaurem Natron und 10 Kubikfuß Wasser hält für 120 bis 130 Ctr. zu röstenden Rohsteines 2–3 Tage lang aus.

Für die Verblaseherde, welche weniger schweflige Säure entlassen, hat man den Thurm mit feuchtem, kohlensaurem Kalk in Stücken gefüllt. Derselbe überzieht sich alsbald mit schwefelsaurem Kalk, welcher vom Traufwasser ab- und durch den durchlöcherten Boden des Thurmes hinweggespült wird. Der Inhalt des Thurmes von etwa 250 Kubikfuß Kalkstein ist nach 4–8 Monaten zu erneuern. Auch diese Vorrichtung liefert befriedigende Resultate und ist billiger als der Kohksthurm. (Berggeist, 1869, Nr. 97.)

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