Titel: Färben der Filzhüte in grünlicher Bronze.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 195/Miszelle 7 (S. 285–286)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj195/mi195mi03_7

Färben der Filzhüte in grünlicher Bronze.

Diese Farbe findet besonders für die jetzt modernen, sogenannten Tyrolerhüte Anwendung. Die Färbung derselben erfolgt in der angegebenen Art.

I. Das Beizen.

Bevor man die Hüte in die Beize bringt, werden sie mit warmem Wasser gut durchziehen gelassen und abgedrückt.

Man stellt sich eine Beize her aus

2 Pfund Eisenvitriol und

4 Quart Wasser,

bringt in einem irdenen Gefäß zum Kochen und löst andererseits

1 Pfund holzsaures Blei in

2 „ Wasser.

Man läßt gleichfalls kochen und rührt so lange um, bis Alles gelöst ist.

Die beiden Lösungen, Eisen- und Bleilösung, mische man mit einander und füge so viel Wasser hinzu, daß das Bad 1/2–1° Baumé schwer ist.

An Stelle des holzsauren Bleies kann man 3/4 Pfund Bleizucker nehmen.

Die Hüte kommen in diese Beize, werden dann herausgenommen und über einander gestülpt, um sie vor der Einwirkung der Luft zu bewahren.

Man beizt wenigstens 12 Stunden, worauf man die Filzgegenstände in eine schwache Lösung von Soda bringt und sie darauf spült.

II. Das Färben.

Man gibt beim Färben den Hüten 4 bis 5 Kochungen; die erste dauert 1/2 Stunde, die übrigen 1 Stunde. Die erste darf auch nicht vollständig die Temperatur des kochenden Wassers erreichen.

Bei dem Färben dreht man die Hüte zweimal um, damit, die Rückseite und die Ränder gleichmäßig gefärbt werden. Zwischen den erstell Abkochungen muß man die Hüte jedesmal der Luft aussetzen, um auf sie die Luft einwirken zu lassen.

Das Bad besteht für 100 Hüte aus

5 Pfund gutem Blauholz und

7 „ Quercitronrinde.

Man läßt 1 1/2 Stunden die Farbmaterialien in einem Sack eingebunden in dem Bade kochen und setzt demselben dann noch eine Auflösung von |286|

1/2 Pfund Gummi und

1/2 „ Eisenvitriol

hinzu.

Man behandelt die Hälfte der Hüte in dem Bade, während man die andere Hälfte der Einwirkung der Luft aussetzt, und fährt in dieser Weise fort zu färben. Im ersten Bade erscheint der Filz fast schwarz, denn das Blauholz geht zuerst auf. Wenn man aber dann weiter färbt, so geht auch das Gelb auf und bei der vierten oder fünften Kochung erhält man die gewünschte Farbe. Während des Färbens kann man einige Prisen Eisenvitriol zufügen, wenn die Farbe dieß erheischt.

Die so erhaltene Farbe ist sehr reich und sehr lebhaft. (Moniteur de la teinture; Musterzeitung für Färberei etc., 1870, Nr. 3.)

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