Titel: Verfahren, Messinggegenstände mit schönen Lüsterfarben mittelst Schwefelzinn zu überziehen; von C. Puscher.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 195/Miszelle 4 (S. 375)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj195/mi195mi04_4

Verfahren, Messinggegenstände mit schönen Lüsterfarben mittelst Schwefelzinn zu überziehen; von C. Puscher.

Herr Puscher theilte im Jahre 1868 (polytechn. Journal Bd. CXC S. 421) ein Verfahren mit, messingene Gegenstände mit Lüsterfarben zu überziehen, bei welchem jedoch mittelst Schwefelzinn die Färbung nicht glücken wollte; nach seinen neueren Versuchen kann man aber auch durch diese Verbindung verschiedene Lüsterfarben hervorbringen. Man löst 2 Loth präparirten Weinstein in 2. Pfd. = 1 Maaß heißem Wasser auf, fügt dieser Lösung ein Loth Zinnsalz in 8 Loth Wasser gelöst hinzu, erhitzt zum Kochen und läßt den entstandenen geringen Niederschlag absetzen. Die klare Lösung schüttet man nun langsam unter stetem Umrühren zu einer Auflösung von 6 Loth unterschwefligsaurem Natron in 1/2 Pfd. oder 1 Schoppen Wasser, erhitzt das Ganze abermals zum Kochen, wobei sich der durch die Einwirkung der freien Weinsäure auf das unterschwefligsaure Natron ausgeschiedene Schwefel abscheidet. Die nun klare kochende Flüssigkeit ertheilt Messing je nach der Dauer des Eintauchens die verschiedensten Lüsterfarben. Zuerst erscheint auf demselben eine helle bis tiefgoldgelbe Farbe, dann folgen alle Farbentöne von Kupfer- bis Carmoisinroth, hernach ein Dunkel bis Hellblau, hierauf Braun mit Irisfarben und zuletzt ein Hellbraun. Während Schwefelkupfer, aus unterschwefligsaurem Natron abgeschieden, fast gleiche Farbenerscheinungen hervorbringt, schließt das Schwefelblei nach dem Hellblau sofort mit Grauweiß ad. Ob die Schwefelzinnfarben größere Dauer besitzen als die Schwefelkupfer- und Schwefelbleifarben, welche viel einfacher herzustellen sind, darüber fehlt zur Zeit noch die Erfahrung. (Versammlung des Nürnberger Gewerbevereines vom 7. December 1869.)

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