Titel: Neue Farbstoffe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 195/Miszelle 8 (S. 377)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj195/mi195mi04_8

Neue Farbstoffe.

Im Verfolg ihrer Arbeiten über die secundären Monamine der Phenyl- und Toluylreihe haben G. de Laire und C. A. Girard auch die tertiären Monamine dieser Reihen, nämlich Diphenyltoluylamin, Ditoluylphenylamin und Tritoluylamin dargestellt, und ist ihnen die Gewinnung verschiedener Farbstoffe aus diesen Körpern, namentlich eines grünen Farbstoffes aus dem Diphenyltoluylamin gelungen. Zur Darstellung der tertiären Monamine wird in einem Autoclavenapparat 1 Aequiv. Chlorbenzyl mit 1 Aequiv. Diphenylamin oder Phenyltoluylamin oder Ditoluylamin erhitzt. Die Reaction tritt rasch ein; für Diphenyltoluylamin beginnt sie z.B. bei 100° C. Man erwärmt 5 bis 6 Stunden lang unter allmählicher Verstärkung, doch darf jedenfalls nicht die Temperatur von 260° C. überschritten werden. Nach Beendigung der Operation behandelt man die erhaltene Masse mit überschüssigem Wasser, dann mit Natronlauge und rectificirt endlich durch Destillation oder reinigt durch Lösen in Benzin oder einem anderen Lösungsmittel und durch Auskrystallisiren. Zur Erzeugung der Farbstoffe bringt man nun 2 Theile von einem der genannten tertiären Monamine mit 3 Theilen Anderthalb-Chlorkohlenstoff in einen geeigneten Destillirapparat und erwärmt allmählich, indem man die Temperatur auf circa 200° C. erhält. Die grüne Farbe entwickelt sich allmählich, und nach drei bis vier Stunden ist die Operation vollendet. Der Farbstoff wird durch Alkohol ausgezogen, die Lösung filtrirt, mit einer Säure gefällt und der Niederschlag auf dem Filter gesammelt; er löst sich in Alkohol mit blaugrüner Farbe. Die saure, mit einem Alkali fast gesättigte, alkoholische Lösung gibt einen Niederschlag, der sich in angesäuertem Alkohol mit grüner Farbe löst; diese Lösung kann direct in der Färberei verwendet werden. (Deutsche Industriezeitung.)

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