Titel: Ueber die Otto-Langen'sche Gaskraftmaschine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 195/Miszelle 1 (S. 470–471)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj195/mi195mi05_1

Ueber die Otto-Langen'sche Gaskraftmaschine.

Im Journal für Gasbeleuchtung, November 1869, S. 634 wird erwähnt, daß der Consum von Otto und Langen'schen Gasmaschinen, von resp. 1 und 1/2 Pferdekraft, in einigen Fällen wegen seines stoßweisen Auftretens die Beleuchtung der betreffenden Etablissements unmöglich machte, bis durch Herstellung getrennter Einrichtungen und getrennter Zuleitung abgeholfen wurde. Eine 1pferdige Gasmaschine wirkt aber dann noch störend auf die theilweise 300 Fuß entfernten Nachbarn; das Hauptrohr der betreffenden Straße ist 3'' weit, 800 Fuß lang, an beiden Enden mit je 4 und 5'' Canalisationen verbunden. Der Druck in der Leitung beträgt während des stärksten Consums 25 Millimeter.

In demselben Journal, Januar 1870, S. 19, werden jetzt mehrere ähnliche Fälle aufgeführt. In Cannstatt z.B. beseitigte man die Störungen dadurch, daß der Besitzer einer Gasmaschine einen kleinen Gasbehälter von ca. 30 Kbkf. Inhalt aufstellte.

In Hamburg wurde für eine Buchdruckerei eine Gasmaschine mittelst zweizölligem, ca. 100 Fuß langen Zuleitrohr an ein sechszölliges Hauptrohr angeschlossen. Letzteres wurde aber auf mehrere hundert Fuß derartig beunruhigt, daß bald ein directer dreizölliger Anschluß der Gasmaschine an das nächste zwölfzöllige Rohr hergestellt werden |471| mußte; in diesem wurde die Schwankung unmerklich. In einem anderen Falle wurde in Hamburg ein Ballon von ca. 2 Kbkf. Inhalt aus dicken Kautschukplatten in das Zuleitungsrohr eingeschaltet und hat gute Wirkung gethan. Metallene Reservoirs, selbst 5 Kbkf. groß, in der Zuleitung angebracht, wollten nicht genügen.

Aus Basel werden Erfahrungen über zwei Gasmaschinen mitgetheilt. Die eine derselben, von 1/2 Pferdekraft, dient in einer Seidenbandweberei zum Betrieb der Windmaschinen. Anfangs war die Gaszuleitung zu derselben hinter dem für die Beleuchtung des Gebäudes aufgestellten Compteur von 100 Flammen abgenommen worden, allein die Schwankungen in den der Maschine zunächst liegenden Arbeitssälen waren der Art, daß man sich zur Herstellung einer besonderen Zweigleitung entschließen mußte. Das Fabrikgebäude steht in einem Hofraum, 170 Fuß von der in der Straße liegenden, 6'' engl. weiten Hauptleitung entfernt, und wurde nun die Maschine durch eine 5/4'' weite Zweigleitung mit derselben verbunden. Zum Messen der verbrauchten Gasmengen dient ein trockener Compteur, der ungefähr 30 Fuß vor der Maschine angebracht ist. In Folge dieser Abänderungen haben die Schwankungen im Gebäude selbst ganz aufgehört, auch bemerkt man deren keine an den in nächster Nähe angebrachten öffentlichen Laternen, noch bei den in der Nähe wohnenden Privaten. Der zweite Fall betrifft eine Maschine von 1 1/2 Pferdekraft, die in einer Buchdruckerei aufgestellt ist. Der Compteur ist 80 Fuß weit von der Maschine in die Zweigleitung eingesetzt. Diese letztere selbst war anfangs direct von der 2'' engl. weiten Straßenleitung entnommen und in einer Stärke von 1 1/2'' engl. bis zur Maschine 135 Fuß weit geführt worden. Kaum war dieselbe im Gang, so beklagte man sich in dem gegenüberliegenden Gebäude über Zucken der Gasflammen. Der Druck in der 2'' weiten Straßenleitung beträgt während des größten Consums ca. 30 Millimeter, war somit zu gering, um der arbeitenden Maschine rechtzeitig eine genügende Menge Gas zu liefern. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, ließ die Gasanstalt zwischen Compteur und Maschine zwei Blechbehälter von je ca. 6 Kbkf. Inhalt einsetzen, in denen sich die durch das Ansaugen der Maschine verursachten Schwankungen abschwächen oder ganz aufheben sollten. Der Erfolg entsprach jedoch den Erwartungen nicht und man verlängerte daher die Zuleitung in einer Weite von 2'' bis zu der 6'' weiten Hauptleitung; dieß half vollständig. Die Länge der neuen Zuleitung, von der 6'' wetten Hauptleitung weg bis zur Maschine beträgt ca. 280 Fuß; der Druck in der Hauptleitung beträgt während des stärksten Consums 35 Millimeter.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: