Titel: Nachweisung des Schwefelkohlenstoffgehaltes im Steinkohlenleuchtgase; von A. Vogel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 195/Miszelle 9 (S. 476–477)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj195/mi195mi05_9
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Nachweisung des Schwefelkohlenstoffgehaltes im Steinkohlenleuchtgase; von A. Vogel.

Der Schwefelgehalt der Steinkohlen ist bekanntlich Veranlassung, daß das daraus gewonnene Leuchtgas stets in größeren oder geringeren Mengen Schwefelwasserstoffgas enthält. Neuerer Zeit ist indeß die Reinigung des Leuchtgases eine so vollständige, daß man vom Schwefelwasserstoffgas im Leuchtgase kaum Spuren zu entdecken vermag; im Münchener Leuchtgase wenigstens zeigt sich in der Regel auch nach mehrstündiger Einwirkung auf essigsaures Bleioxyd keine Reaction. Neben dem Schwefelwasserstoffgas bildet sich aber bei der Destillation schwefelhaltiger Steinkohlen stets auch Schwefelkohlenstoff, welcher durch die gewöhnlichen Reinigungsvorrichtungen nicht entfernt werden kann und daher ein Begleiter des Leuchtgases ist. Da der Gehalt an Schwefelkohlenstoff im Leuchtgase selbstverständlich doch meistens nur ein geringer seyn kann, so ist es nicht immer leicht dasselbe mit Bestimmtheit nachzuweisen. Zu den mannichfachen in dieser Beziehung angegebenen Methoden möchte ich noch eine weitere hinzufügen, welche nach meinem Dafürhalten entsprechende Resultate gewährt. Das Verfahren beruht ganz einfach auf der Bildung von Schwefelkupfer durch die Einwirkung des schwefelkohlenstoffhaltigen Leuchtgases auf metallisches Kupfer. Zu dem Ende wurde von Schwefelwasserstoffgas vollkommen gereinigtes Leuchtgas durch ein Kugelrohr über glühende Kupferstreifen geleitet. Nachdem ungefähr während vier Stunden ein ununterbrochener Gasstrom darüber geleitet worden war, hatten die ursprünglich metallisch glänzenden Kupferstreifen eine irisirende Oberfläche angenommen. Die mit Wasser verdünnte Auflösung derselben in Salpetersäure zeigte mit Chlorbaryum nach einigem Stehen einen deutlichen Niederschlag von schwefelsaurem Baryt. Es bedarf kaum der besonderen Erwähnung, daß das zum Versuche verwendete metallische Kupfer sowohl als die Salpetersäure sich beim Vorversuche ganz frei von Schwefel und Schwefelsäure ergeben hatte. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft zu Berlin, 1870, Nr. 20.)

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