Titel: Verfahren zum Weißfärben der Wolle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 195/Miszelle 12 (S. 563–564)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj195/mi195mi06_12

Verfahren zum Weißfärben der Wolle.

Man kann bis zu einem gewissen Grade das Schwefeln umgehen und die Wolle auf die folgende Art weiß färben.

Das Verfahren gilt für 50 Pfund Wolle.

Man entfettet die Wolle und gibt ihr folgende Bläuung:

2 Pfund Alaun,

18 Loth Weinstein,

1 Pfund Schwefelsäure,

18 Loth Stärke,

6 „ schwefelsaurer Indigo (destillirt) und

3 Loth Orseille.

Man führt die Wolle ein, während das Bad auf 40° Réaumur erhitzt ist, und hantiert sie 3/4 Stunden bei dieser Temperatur. Die Wolle nimmt hier einen weißen Ton an, mit dem man für gewöhnlich zufrieden seyn kann. Man kann aber das Weiß durch die folgende Operation noch bedeutend verbessern.

Wenn die Wolle aus dem Blaubade kommt, drückt man sie aus, ohne indessen zu waschen, und taucht sie dann in ein lauwarmes Bad, in welchem

1 Pfund Chlorbaryum

aufgelöst ist.

Dieses Verfahren hat den Zweck, in der Wollfaser schwefelsauren Baryt (Blanc fixe) niederzuschlagen, da dieselbe von der Bläuung her Schwefelsäure aufgenommen hat. Der schwefelsaure Baryt ist schön weiß und theilt der Wolle einen hübschen Reflex mit. Uebrigens vermehrt er das Gewicht der Wolle nicht unbedeutend, |564| so daß dieses Verfahren als eine Art Beschwerung angesehen werden kann. (Nach dem Moniteur de la teinture; Musterzeitung für Färberei etc., 1870, Nr. 8.)

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