Titel: Zur Fabrication von Hähnen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 195/Miszelle 2 (S. 558)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj195/mi195mi06_2

Zur Fabrication von Hähnen.

Robert und Raymond, Fabrikanten von Gasapparaten in Paris, ließen sich einige Verbesserungen bei der Herstellung der Hähne patentiren, nämlich jener Werkzeuge, mit deren Hülfe der Schlüssel genau conisch abgedreht und der Hahnkörper mit dem völlig entsprechenden Sitz versehen wird.

Der Hahnkegel wird mit einer auf der Spindel einer Drehbank aufgesetzten Mutterfräse – weil die Einkerbungen im Inneren des conischen Loches statt am Umfang der Scheibe angebracht sind – in entsprechender Weise abgedreht, während der Sitz im Hahnkörper mit einer ebenfalls in der Drehbankspindel steckenden Reibahle ausgedreht wird, deren Form vollkommen zu jener der Fräse paßt.

Das zu bearbeitende Metallstück ruht in einem Support, welcher allmählich gegen das rotirende Werkzeug geführt wird. Die Reibahle ist mit einem Anschlag so versehen, daß diese Zuführung nur bis zum nöthigen Punkte stattfindet.

Auf diese Art wird die Erzeugung des Hahnes von der besonderen Geschicklichkeit des Arbeiters unabhängig, Zeitverlust zum Einpassen und Einschleifen vermieden, sowie die Production wesentlich erhöht.

Ein geübter Arbeiter verfertigt sonst pro Tag 30 Hähne nach gegebenem Muster, mit Zuhülfenahme der verbesserten Werkzeuge aber mit der größten Leichtigkeit in gleicher Zeit das 15- bis 20-fache. (Armengaud's Génie industriel, Januar 1870, S. 49.)

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