Titel: King's Festigkeitsprobirapparat für Stäbe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 196, Nr. V. (S. 15–17)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj196/ar196005

V. Festigkeitsprobirapparat für Stäbe, von H. J. King & Comp. in Glasgow.

Nach Engineering, October 1869, S. 252.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Der in Figur 1315 abgebildete Apparat von King in Glasgow dient zur Prüfung von Stäben auf ihre Festigkeit.

Dis Belastung des Stabes wird mittelst eines Hebels H und daran befindlichen Gewichten L und B hervorgebracht, dessen Drehachse in der vertical geführten Spindel s ruht. Oberhalb der Lagerstelle ist dieselbe mit einem flachen Gewinde versehen, dessen Mutter in der Nabe des |16| conischen Rädchens r eingeschnitten ist. Durch das Handrad k und das an dessen Achse sitzende Kegelrädchen wird r resp. die Spindel s in eine auf- und abgehende Bewegung versetzt. Oberhalb des Kegelrades r befindet sich an der Spindelachse die Theilscheibe t, mittelst deren die Größe der Verschiebung oder der Einbiegung, welche der zu prüfende Stab S erleidet, abgelesen wird.

Der Belastungshebel H ist mit zwei Paar Bolzen mit Schneidkanten versehen, welche beiderseits der Drehachse im gleichen Abstand von derselben angeordnet sind. Das eine Paar wird bei Zug-, das andere – wie es in Figur 14 der Fall ist – bei Druckproben verwendet.

Der Hebel a ist mit dem Gegengewicht G versehen. Die Belastung des auf geeigneten Keilunterlagen liegenden Probestabes S erfolgt durch das am rechten Hebelende angehängte Gewicht B, ferner durch das Laufgewicht L, welches an einem auf der oberen Hebelfläche laufenden Röllchen hängt.

Die Bewegung des Laufgewichtes bis zum Momente des Bruches des Stabes S ist eine selbstthätige, worauf es unverrückbar festgehalten wird, damit die Bruchbelastung richtig abgelesen werden kann.

Von der Achse der Laufrolle gehen zwei Schnüre, die eine 1 nach der im verticalen Spindelständer des Probirapparates federnd gelagerten Rolle 1 und die andere 2 über die ganze Länge des Hebels über eine kleine Scheibe zu einer von der Säule X getragenen Trommel. Auf der Achse derselben sitzt eine zweite, kleinere Trommel, um welche eine weitere Schnur 3 in einer der vorigen entgegengesetzten Richtung aufgewickelt ist. Dieselbe führt nach oben über eine fixe Rolle, dann abwärts unter eine belastete Rolle und endlich zu einem Punkt des Gestelles, wo das Ende angeknüpft ist.

In Folge dieser Anordnung wickelt sich die Schnur 3 von der kleinen Trommel ab, wenn die belastete Rolle sinkt, wobei sich die Schnur 2 auf ihrer Trommel aufwickelt, was eine Verschiebung des Laufgewichtes L gegen das Hebelende zu hervorruft. Diese Verschiebung kann aber nur eintreten, wenn der Belastungshebel H etwas über seine normale Lage gehoben wird, indem sonst eine Sperrvorrichtung am Ende des Hebels die Drehung der Trommel mit der Schnur 3 verhindert.

Die Wirkungsweise dieses Festigkeitsapparates ist nun folgende. Das Gewicht B ist kleiner, als zur Erzielung der Bruchbelastung erforderlich ist. Der Stab S und das Laufgewicht L nehmen die in der Seitenansicht Fig. 14 angedeutete Stellung ein. Das Handrad k wird so weit gedreht, daß die Druckschneide d den Stab gerade berührt. Der Stand an der Zeigerscheibe t wird abgelesen.

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Setzt man nun die Drehung des Handrades k fort, so hebt sich in Folge dessen das rechte Ende des Hebels H. Dadurch wird die Sperrvorrichtung daselbst ausgerückt, die belastete Rolle mit der Schnur 3 geht abwärts; letztere wickelt sich in Folge dessen von ihrer Trommel ab, wogegen die Schnur 2 aufgewickelt und das Laufgewicht L herangezogen wird. Führt der dadurch erlangte Zuwachs der indirecten Belastung den Hebel H in die waagrechte Lage zurück, so wird die Abwickelung der Schnur 3 und demzufolge die Verschiebung des Gewichtes L zufolge der Sperre eingehalten.

Das Handrad k wird neuerdings gedreht, worauf sich das gleiche Spiel wiederholt, das man mit entsprechender Vorsicht fortsetzt, bis die Probestange endlich bricht.

In diesem Moment fällt der nun überlastete Hebel H nieder und jede Drehung der Rollen ist eingestellt.

Man liest an der Theilscheibe t den Stand der Spindel ab; die Differenz der gemachten Ablesungen gibt die bis zum Bruche stattgehabte Einbiegung des Stabes, und da das Laufgewicht L den Platz beibehält, in welchem die Bruchbelastung gerade erreicht war, so kann auch die Größe derselben bequem abgelesen werden.

Die in den Figuren 1315 abgebildete Maschine dient speciell zur Prüfung von gußeisernen Stäben von 1 oder 2 Quadratzoll Querschnitt und einer freien Auflagslänge von 3 Fuß.

J. Z.

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