Titel: Giraudat's Maschine zur Anfertigung künstlicher Guirlanden.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 196, Nr. XXXIV. (S. 118–119)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj196/ar196034

XXXIV. Giraudat's Maschine zur Anfertigung künstlicher Guirlanden.

Nach dem Scientific American, Januar 1870, S. 40.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

Wo die Fabrication künstlicher Blumen und Guirlanden einen so bedeutenden Industriezweig wie in New-York bildet, indem gegen 10,000 Personen, zumeist Mädchen, mit der Herstellung derselben beschäftigt sind, dürfte nachstehend beschriebene Maschine einiger Beachtung werth seyn.

Das Zusammenbinden der Stiele, Blätter, Knospen und Blumen, welche in besonderen Fabriken erzeugt werden, geschieht mittelst Draht; der Kern des Stieles ist ebenfalls ein steiferer Draht.

Die Enden der kurzen Blattstiele, Blüthen u.a. werden an den Kerndraht unter die äußere Stielumhüllung gesteckt und mit spiralförmig gewundenem Draht festgewickelt.

Die Arbeit ist eine ziemlich langsame und auf eine solche Länge beschränkt, daß das Ganze eben noch bequem gehandhabt werden kann.

A. Giraudat in New-York ließ sich kürzlich eine Maschine zur Verrichtung der angedeuteten Arbeit patentiren, deren wesentlichste Theile aus Figur 4 und 5 zu entnehmen sind.

Die Maschine ruht auf einem Tisch und wird ähnlich wie die Nähmaschine mit dem Fuß oder auch von einer Transmission aus in Bewegung gesetzt.

Der stärkere Stieldraht ist auf einer Spule A aufgewunden und geht von dieser durch eine hohle Spindel B hindurch zum endlosen Führungsriemen C, auf welchem jener durch die zeitweilig zu verstellende Klemme D gehalten und weiter gezogen wird. Die Führungsrollen werden von unten in Umdrehung versetzt.

Zu dem allmählich abgewundenen Draht werden zwei Deckbändchen oder Fäden F₁, F₂ geleitet, welche links und rechts des Tisches von Spulen abgezogen durch das Auge E und gleichfalls durch die hohle Spindel geführt werden (Fig. 5).

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Diese hohle Spindel B erhält eine rasch rotirende Bewegung durch einen Schnurlauf, dessen Triebwerk unter der Tischplatte angebracht ist.

Auf der rotirenden Spindel B sitzt fest der Spulrahmen H mit einer oder zwei Spulen S mit dem Deck- oder Bindedraht, welche das Auge a passiren und in Folge der Umdrehung des Spulrahmens H rasch und in gleichförmigen Windungen um den allmählich vorwärts gehenden Stieldraht gelegt werden.

Die Stielenden der Blätter, Blumen etc. werden in die hohle Spindel eingeführt und daselbst sofort durch den Bindedraht mit solcher Schnelligkeit festgewickelt, daß mit Hülfe der Maschine eine Arbeiterin ohne Anstrengung in gleicher Zeit fünfmal mehr herstellt als sonst.

Ein weiterer Vortheil der Maschine besteht darin, daß in Folge der allmählichen Verstellung der Klemmen D eine endlose Guirlande oder dergl. hergestellt werden kann, was bei der Handarbeit nur durch Zusammenstücken zu erreichen ist.

Durch besondere Federn wird die Spannung der Fäden und der Drähte regulirt.

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