Titel: Postlethwaite's Maschine zum Schmieden von Bolzen und Muttern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 196, Nr. CXXXVII. (S. 500–502)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj196/ar196137

CXXXVII. Maschine zum Schmieden von Bolzen und Muttern von G. R. Postlethwaite und Comp. in Birmingham.

Nach dem Engineer, November 1869, S. 303.

Mit Abbildungen auf Tab. IX.

Figur 4 stellt in der Vorderansicht eine Schmiedemaschine zur Verfertigung von Schraubenmuttern, Bolzen und ähnlichen Artikeln dar, welche von Postlethwaite construirt und patentirt wurde, und derzeit mit dem besten Erfolg in Thätigkeit seyn soll. Figur 5 ist ein Schnitt nach der Linie ab, wobei die Maschine speciell zum Bolzenschmieden hergerichtet ist.

Verfertigung von Muttern. – Bei Anfertigung von Schraubenmuttern wird ein erhitzter Eisenstab, dessen Ende entsprechend vorgerichtet ist, in der Abtheilung I der Maschine auf das Untergesenk A gelegt und zwischen zwei seitlichen Führungsplatten bis gegen einen auf der Rückseite befindlichen Anschlag geschoben. Alsdann wird der Tritt M durch den Fuß des Arbeiters niedergedrückt, demzufolge das Untergesenk gehoben und in den Wirkungsbereich des Obergesenkes A² gebracht wird. Mit diesem Aufgang von A wird der soeben genannte Anschlag, welcher um ein Scharnier beweglich ist, zurückgedrängt, wie aus Figur 6 ersichtlich ist.

Das Obergesenk beginnt seine Wirkung auszuüben, indem es das Ende des glühenden Eisenstabes mit mehreren Schlägen oder Niedergängen in das Gesenk hineintreibt. Das Resultat dieser Gesenkschmiede ist, daß die geformte Mutter m noch leicht an dem Eisenstab s hängt, |501| wie dieß in Figur 8 skizzirt ist. Es wird dabei die Mutter nicht allein geformt, sondern auch die nächste bereits begonnen.

Man bringt nun den Eisenstab mit der anhängenden Mutter in die Abtheilung II der Maschine, deren wirksamer Theil in Figur 7 ersichtlich gemacht ist. Hier wird nämlich die Mutter gelocht, indem durch das Niedertreten des Trittes M der Lochstempel B² einwirken kann. Gleichzeitig senkt sich dabei das Hülfsgesenk h auf die im Locheisen B ruhende Mutter, weßhalb bei dem Lochen eine allenfallsige Ungleichheit in der äußeren Form der Mutter ausgeglichen und letztere von der Eisenstange abgetrennt wird. Die Vollendung, nämlich das Glätten der Muttern, wird in den Gesenken C, C² und D, D² der Abtheilung III und IV erzielt.

Man kann indeß Muttern auch nach einem anderen Verfahren verfertigen. Die begonnene Arbeit kommt von I (A, A²) nach II, wobei der Lochstempel dahin abgeändert ist, daß der Putzen nicht vollends ausgestoßen wird, sondern zur Hälfte von der Unterseite vorsteht. In den Seitentheilen E, E der Maschine wird sodann diese Operation mit einem Durchschlag vollendet.

Die auf einen Dorn aufgesteckte Mutter gelangt zur Glättung in die Abtheilung III, in IV werden die Ecken abgerundet und das Loch vollkommen rund gepreßt, indem die Mutter auf einen im Untertheil steckenden Zapfen geschoben werden kann. Der Oberstempel schließt die Mutter beim Niedergang ein und gibt die gewünschte Gestalt.

Verfertigung von Bolzen. – Zur Fabrication von Bolzen, Nietbolzen u. dergl. nimmt man entweder Rundeisen von der Stärke des Schaftes oder das Eisen wird vorerst zur nöthigen Dicke und Form durch Gesenke in der Abtheilung III ausgeschmiedet.

Die vorgerichtete glühende Stange wird in II in das Untergesenk B gebracht und durch Niedertreten des Trittes M, dabei Heben des Gleitstückes G in den Wirkungsraum des Oberstempels B² geführt. Es ist selbstverständlich, daß dieser Arbeit die betreffende Auswechselung der Gesenke vorhergeht.

Mit der Hebung von G senkt sich die Kopfpfanne B², wodurch das vorstehende Ende des Eisenstabes umschlossen wird; der auf- und niedergehende Stempel y formt alsdann den Bolzenkopf.

Beim Aufgang dieses Stempels und Loslassen des Trittes M geht das Gleitstück G abwärts, wobei die Pfanne B² durch eine entsprechende Hebelverbindung vom Untertheil abgehoben wird.

Um den Bolzen herauszuwerfen, faßt man den Hebel S und neigt denselben mit dem Untertheil nach vorn, wobei die Spindel (Fig. 5) |502| den Bolzen herausschiebt. Der Kopf desselben kann noch in III und IV nachgearbeitet werden.

Kurze Bolzen können auf der Maschine gepreßt und durch geeignete Gesenke auf eine größere Länge ausgeschmiedet werden.

Zur Entfernung scharfer Ränder (Grath) von den Bolzen ist seitlich eine rotirende Fräse angebracht.

Unsere Quelle spricht sich über die durch die beschriebene Maschine verfertigten Bolzen und Muttern sehr anerkennend aus.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln


Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: