Titel: Verfahren zur Erkennung von Verfälschungen des Reismehles.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 196/Miszelle 11 (S. 93–94)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj196/mi196mi01_11
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Verfahren zur Erkennung von Verfälschungen des Reismehles.

Nach A. D. van Bastelaer geben in geeigneter Weise bereitete Macerationen aller Mehlsorten, sowohl von Cerealien als von Leguminosen (Weizen-, Roggen-, Gersten-, Spelz-, Mais-, Hafer-, Buchweizen-, Erbsen- und Leinsamenmehl), mit alleiniger Ausnahme des Reismehles, mit einer gesättigten Lösung von Pikrinsäure Niederschläge. Es ist dabei zu beachten, daß man nicht länger als eine Stunde macerirt und das Filtrat nicht zu lange stehen läßt, sowie daß das Reagens in größeren Mengen zugesetzt wird. Auch eine Maceration von Mutterkornmehl gibt einen Niederschlag mit Pikrinsäurelösung. Die Reaction scheint auf der Einwirkung der Pikrinsäure auf die Proteinverbindungen der Getreidearten und Hülsenfrüchte zu beruhen, welche im Reis nur in sehr geringer Menge vorhanden sind. Bei der Prüfung nimmt man 20 Grm. des verdächtigen, vollkommen gebeutelten und kleienfreien Mehles, zertheilt es in 100 Grm. kalten Wassers, läßt es 1 Stunde lang in einer Temperatur von 11 bis 12°C. unter öfterem Umrühren stehen und filtrirt dann rasch. Dem Filtrat wird nach und nach die gleiche Gewichtsmenge einer bei gewöhnlicher Temperatur gesättigten Pikrinsäurelösung zugesetzt. Entsteht dabei ein Niederschlag, so ist das Reismehl mit anderem Mehl verunreinigt. In absichtlich bereiteten Gemengen von Reismehl mit den obenerwähnten Mehlsorten konnte ein Gehalt von 2 Procent der letzteren stets constatirt werden. (Pharmaceutische Centralhalle, Bd. IX S. 301).

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