Titel: Ueber Condensation des entstehenden Wasserstoffes durch Nickel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 196/Miszelle 5 (S. 88–89)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj196/mi196mi01_5

Ueber Condensation des entstehenden Wasserstoffes durch Nickel.

Im Handel findet man Nickelklumpen, welche so porös sind, daß ein Wassertropfen, auf ihre Oberfläche gebracht, ebenso rasch in's Innere dringt, wie auf trockenem Gyps. Wenn man nun dieses Nickel 12 Stunden lang als negative Elektrode in einem Wasservoltameter benutzt, so kann es, wie Raoult der Pariser Akademie am 11. October des vorigen Jahres mitgetheilt, wenigstens sein 165faches Volumen Wasserstoff condensiren. Wenn man es dann, nachdem es so mit Wasserstoff geladen ist, aus dem Stromkreise entfernt und in Wasser taucht, dann läßt es in 2 oder 3 Tagen die Gesammtheit des absorbirten Wasserstoffes entweichen.

Dasselbe Stück Nickel kann zu einem zweiten und einem dritten Versuche dienen; seine Fähigkeit, Wasserstoff zu condensiren und ihn dann frei zu machen, scheint beim Gebrauch noch zu wachsen. Gleichwohl kann es nicht mehr als fünfmal benutzt werden, weil es eine tiefe moleculare Aenderung erleidet; es wird nämlich in seiner ganzen Masse körnig, brüchig und zerfällt schließlich in Staub. Platinmohr und Kohle, derselben Behandlung unterworfen, haben nach Unterbrechung des Stromes keinen Wasserstoff gegeben. Ebenso wenig bietet compactes Nickel die Erscheinung dar, welche beim porösen Metall so auffallend ist.

Gleichwohl muß man annehmen, daß das compacte Nickel nicht gänzlich ohne Verwandtschaft zum Wasserstoff ist. Wenn nämlich compactes Nickel in einem Voltameter durch Wasserstoff polarisirt worden, so behält es diese Polarisation lange Zeit, |89| nachdem der Strom aufgehört hat, und viel länger, als alle anderen Metalle, mit Ausnahme des Palladiums. Dieß deutet offenbar darauf hin, daß das compacte Nickel den Wasserstoff an seiner Oberfläche mit einer besonderen Energie festhält, und die auffallende Wirkung des porösen Nickels mag nur von der so bedeutend vermehrten Oberfläche herrühren.

Von einem Eindringen des Wasserstoffes in die Masse des Metalles, wie sie Graham am Palladium gefunden, ist trotz der großen Verwandtschaft nichts wahrzunehmen.

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