Titel: Kleister zum Aufziehen von Tapeten u. dgl.; von Hoftapezirer Loeffz in Darmstadt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 196/Miszelle 18 (S. 176)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj196/mi196mi02_18

Kleister zum Aufziehen von Tapeten u. dgl.; von Hoftapezirer Loeffz in Darmstadt.

Man weicht 18 Pfund Bolus, nachdem man ihn kleingeklopft, in Wasser auf und gießt das überschüssige Wasser von dem Bolusschlamme wieder ab. Dann werden 1 1/4 Pfund Leim, zu Leimwasser abgekocht, und 2Pfund Gyps gut mit dem erweichten Bolus gemengt und die ganze Masse nun mittelst eines Pinsels durch ein Sieb getrieben. Man verdünnt hierauf bis zur Consistenz eines dünnen Kleisters oder einer Schlichte, und das Fabricat ist zur Verwendung fertig. Dieser Kleister ist nicht nur billiger als alle anderen Kleisterarten, sondern haftet auch an getünchten Wänden, namentlich an mehrfach angestrichenen, besser als andere Kleister. Zum Aufziehen feiner Tapeten eignet er sich freilich weniger, weil dieselben leicht durch ihn beschmutzt werden. Wenn dieselben aber auf Grundpapier aufgezogen werden, so ist es unbedingt zu empfehlen, das Grundpapier mit diesem Kleister auf die Wand, und dann die Tapeten auf das Grundpapier mit gewöhnlichem Stärkekleister aufzuziehen. Eine besonders schätzbare Eigenschaft dieses vom Erfinder schon seit längerer Zeit angewandten Kleisters ist noch die, daß damit aufgezogene Tapeten auch in Borplätzen, Gängen u.s.w., wo sie dem Temperaturwechsel mehr ausgesetzt sind, als in bewohnten Räumen, gut an den Wänden haften und nicht leicht abspringen.

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