Titel: Neue Getreide-Trockenapparate.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 196/Miszelle 3 (S. 169–170)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj196/mi196mi02_3

Neue Getreide-Trockenapparate.

Alfred Robert, Ingenieur in Charkoff (Rußland) ließ sich einen Apparat zum Trocknen und Ventiliren von Getreide (séchoir tubulaire et à ventilation) patentiren, welcher im Wesentlichen aus einem weiteren vertical aufgestellten Siebcylinder C besteht und im Inneren von Heizröhren durchzogen ist, in welchen Dampf, heißes Wasser oder auch abziehende Verbrennungsgase circuliren. Ein zweites engeres, central gestelltes und siebförmig durchbrochenes Rohr D fördert weiterhin den Zutritt der Luft zum Trockenraum.

Das Getreide, überhaupt das zu trocknende oder zu ventilirende Material passirt, |170| von oben nach abwärts fallend, den ringförmigen Trockenraum zwischen C und D, und ist hier der durch den Zug eines Schornsteines oder mit Hülfe eines Ventilators etc. eingesaugten Luft, welche durch die Heizröhren erwärmt wird, ausgesetzt. (Armengaud's Génie industriel, Januar 1870, S. 1 und Mechanics' Magazine, Februar 1870, S. 101.)

Anschließend kann der von Milburn und Comp. in London (76, Church-lane, Whitechapel) construirte und in mehreren großen Brauereien mit dem besten Erfolg verwendete Apparat zum Trocknen der Malztreber erwähnt werden, welche bekanntlich ein gutes Viehfutter abgeben.

Der Trockencylinder ist aus Kesselblech hohl derart zusammengenietet, daß ein ringförmiger etwa zweizölliger Zwischenraum bleibt, in welchen Dampf eingeleitet wird. Im Inneren des etwas geneigt liegenden Trockencylinders dreht sich eine Achse, welche mit Schaufeln versehen ist, um das durch einen Trichter an einem Ende zugeleitete Material auf dem ganzen Wege durch den Trockenraum möglichst viel der circulirenden Luft auszusetzen. Die Wasserdämpfe werden durch einen Schornstein abgeleitet.

Pro Woche werden in einer Trockenmaschine von 19 Fuß Länge und 4 Fuß äußerem Durchmesser 100 Quarters Malztreber getrocknet. Auf 20 Centner trockene Treber werden 22 bis 23 Quarters nasse gerechnet.

Die zwölf Trockenapparate, welche die Firma Milburn und Comp. betreibt, erfordern eine 10pferdekräftige Dampfmaschine, welche mit den Trockencylindern den Dampf von einem 40pferdekräftigen Cornwall-Kessel mit zwei Feuerröhren erhält.

Ein Trockenapparat ist noch auf die Art zur Ausführung gelangt, daß derselbe mit einer Locomobile in Verbindung gebracht wird, welche indeß auch zu anderen Zwecken als zum Trocknen von Malzrückständen u. dgl. benutzt wird. (Mechanics' Magazine, März 1870, S. 17.)

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