Titel: Anwendung der Dampfstrahlpumpe zum Extrahiren von Farbstoffen etc.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 196/Miszelle 10 (S. 269)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj196/mi196mi03_10

Anwendung der Dampfstrahlpumpe zum Extrahiren von Farbstoffen etc.

Eine Anwendung der Dampfstrahlpumpe zum Extrahiren von Farbstoffen etc. aus Farbhölzern und Rinden, die schon mehrfach gesunden wird, bietet besonders da große Vortheile, wo eine Erhitzung der Flüssigkeit bis zum Kochpunkte nicht statthaft oder nicht nochwendig, vielmehr eine Erwärmung auf 60º R. ausreichend ist. Ueber diese Grenze weit hinauszugehen verbietet nämlich der Umstand, daß die Wirkung der Dampfstrahlpumpe wesentlich von der vollständigen Condensation des Dampfstrahles durch die Flüssigkeit abhängig ist, und daß diese Condensation bei höheren Temperaturen nur mehr theilweise und zuletzt gar nicht mehr eintritt, so daß dann die Flüssigkeit unter heftigen Stößen, resp. gar nicht mehr transportirt wird.

Die Anordnung des Apparates beim Extrahiren von Farbstoffen ist eine sehr einfache. In einen mit doppeltem Boden versehenen Bottich und das Dampfrohr direct aus dem Dampfkessel bis zum unteren Boden geleitet und mündet mit einer Spitze in die concentrische trichterförmige Erweiterung eines zweiten aufsteigenden Rohres. Beim Uebertritt aus der Spitze in dieses Rohr nimmt der Dampf die den Apparat umgebende Flüssigkeit mit sich in die Höhe und erwärmt dieselbe. Läßt man die Brühe in denselben Bottich zurücklaufen, so wird dieselbe darin circuliren und den Farbstoff möglichst extrahiren. Leitet man hingegen die Brühe durch ein System solcher Apparate von einem Bottiche zum anderen, so kann man hierdurch stark concentrirte Extracte erzielen. (Bayerisches Industrie- und Gewerbeblatt, 1870 S. 61.)

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