Titel: Anilinschwarz auf Wolle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 196/Miszelle 11 (S. 269–270)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj196/mi196mi03_11

Anilinschwarz auf Wolle.

Man verfährt zur Erzielung von Anilinschwarz auf Wolle folgendermaßen: Für 2 Pfund Wolle stellt man sich eine Lösung her aus

20 Quart Wasser,

6 Loth übermangansaurem Kali und

9 Loth Bittersalz.

Die Anwendung des Bittersalzes hat den Zweck, die Bildung von Aetzkali zu vermeiden und ist schon von Tessié du Mothay angegeben worden. In der obigen |270| Lösung imprägnirt man die Wolle, so daß sie gut davon durchzogen ist, und läßt das Ganze so lange stehen, bis die Flüssigkeit vollständig entfärbt ist oder nur noch eine gelbliche Farbe hat. Die Wolle bedeckt sich dabei mit braunem Manganoxyd und färbt sich dunkelbraun.

Dieser Proceß geht leicht in der Kälte vor sich, aber die Auflösung von übermangansaurem Kali nimmt man besser in der Wärme vor.

Man drückt dann die Wolle aus und führt sie, ohne sie zu waschen, in folgendes Bad ein:

24 Loth käufliches Anilinöl,

1 Pfund 10 Loth käufliche Salzsäure und

8 Quart Wasser.

Man zieht die Wolle in dieser Lösung in der Kälte um; sie nimmt dabei unmittelbar eine dunkelgrüne, schwarz erscheinende Farbe an.

Man preßt dann die Wolle aus, wäscht sie in Wasser, welches ein wenig Soda enthält, und bringt sie dann in eine schwache Auflösung von rothem chromsaurem Kali. Diese Lösung bereitet man aus

2/3 Loth rothem chromsaurem Kali und

10 Quart Wasser.

Die Farbe wird darin dunkelschwarz. Man spült mit gewöhnlichem Wasser und trocknet. (Moniteur de la teinture; Musterzeitung für Färberei etc., 1870, Nr. 15.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: