Titel: Seife zum Schlichten der Wolle und zum Walken von Tuch; von Delmasse.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 196/Miszelle 12 (S. 270)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj196/mi196mi03_12

Seife zum Schlichten der Wolle und zum Walken von Tuch; von Delmasse.

Man benutzt bekanntlich zur Erleichterung des Gleitens der Wollfäden in der Spinnerei eine fette und zugleich klebrige Substanz, welche man die Schlichte nennt. Das für diesen Zweck verwendete Oel veranlaßt eine bedeutende Ausgabe in den Spinnereien. Deßhalb sucht man von allen Seilen eine Substanz, welche billiger ist und dennoch denselben Zweck erfüllt. Man hat in diesem Sinne Schleim pflanzlichen wie thierischen Ursprunges anzuwenden versucht: so eine Abkochung von Leinsamen oder eine Auflösung von Leim. Diese wässerigen Auflösungen haben den Uebelstand, daß sie sich sehr schnell verändern, und den Nachtheil, daß sie nicht denselben Zweck erfüllen, da ihnen ein öliger Körper fehlt. Die Seifenmasse, welche Delmasse erfunden hat, vereinigt in sich den ölartigen Körper, sowie das gleitende Agens und hat die Eigenschaft, sich lange brauchbar zu erhalten. Der Zweck ist demnach nach seiner Angabe vollständig erreicht. Man setzt die Seife folgendermaßen zusammen:

200 Pfund harte Seife,

100 Pfund Leim und

30 Pfund calcinirte Soda

werden in einer möglichst großen Menge Wasser gelöst. Wenn man eine Schlichte herstellen will, so löst man einen Theil dieser Seife in 10 Theilen Wasser und setzt dazu so viel Oel, daß es mit der Seife eine Emulsion bildet.

Die Beschreibung zu dem Patent, welches der Erfinder in Frankreich nahm, fügt hinzu, daß 12 Loth der Seife dasselbe Resultat erzielen, wie 2 Pfund gewöhnlicher Seife, und daß die erstere bei gleichem Gewicht das vierfache Quantum Wasser absorbire. Die Conservirung der Masse ist durch die Gegenwart eines Alkalis gesichert, welches außerdem ein Festwerden der Masse verhindert und dieselbe in einem beständig feuchten und schlüpfrigen Zustand erhält. (Moniteur de la teinture; Musterzeitung für Färberei etc., 1870, Nr. 15.)

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