Titel: Das Lactarin als Ersatzmittel des Albumins für den Zeugdruck.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 196/Miszelle 13 (S. 270–271)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj196/mi196mi03_13

Das Lactarin als Ersatzmittel des Albumins für den Zeugdruck.

Das Lactarin, ein seit einiger Zeit im Handel vorkommendes, an der Stelle des Albumins für den Zeugdruck empfohlenes Präparat, stellt ein gelblich-weißes, schwach nach trockenem Käse (etwa wie holländischer Käse) riechendes Pulver dar. Mit Aether behandelt ließ sich etwas, bei gewöhnlicher Temperatur weiches, verseifbares Fett ausziehen. Das Pulver ist in Wasser und Alkohol nicht löslich, jedoch in Aetzammoniak, in Aetznatronlösung und in Lösung von kohlensaurem Natron. Werden die alkalischen Lösungen mit Essigsäure oder Salzsäure gesättigt, so scheiden sich molkenartige Flocken aus, welche aber im Ueberschuß der Säuren wieder löslich sind. Die alkalischen Lösungen |271| bedecken sich beim Eindampfen mit einer Haut. Das Lactarin löst sich in Essigsäure. Es ist schwer verbrennlich; die hinterlassene Kohle wird bei fortgesetztem Erhitzen weich klebend und nach ihrer vollkommenen Zerstörung bleiben wasserhelle, geschmolzene Tröpfchen in der Schale, die nach dem Erkalten glashart sind und in der Hauptsache aus phosphorsaurem Alkali bestehen. Es ergibt sich hieraus, daß das Lactarin wesentlich Casein ist, mit wenig Fett und den Salzen der Milch verunreinigt. Bei der Anwendung wird es mit wenig Wasser angerührt, dann in Ammoniak gelöst und mit Farbe gemischt. Inwiefern es das Albumin zu ersetzen vermag, wird von fortgesetzten Beobachtungen, namentlich der Haltbarkeit der aufgedruckten Farben, entschieden werden müssen. Dr. Bolley. (Schweizerische polytechnische Zeitschrift, 1870, Bd. XV S. 35.)

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