Titel: Verfahren zum Bleichen von Jute.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 196/Miszelle 14 (S. 271)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj196/mi196mi03_14

Verfahren zum Bleichen von Jute.

Auf jedes Pfund zu bleichender Jute wird 1/2 Pfund Aetzkalk mit Wasser angerührt, die Milch so weit verdünnt, daß die Jute bequem darin Platz hat und die Jute mit der Kalkmilch beiläufig sechs Stunden in einem eisernen Kessel gekocht. Darauf wirft man die Jute in Wasser, spült sie ab und läßt sie eine Nacht in einer Holzkufe liegen, welche mit Salzsäure schwach – circa 2º Baumé – angesäuertes kaltes Wasser enthält. Man hat darauf zu achten, daß das Wasser am anderen Morgen noch sauer ist; anderenfalls muß noch Säure zugefügt und die Waare noch einige Zeit in dem sauren Wasser belassen werden. Während dieser Zeit kocht man 12 Pfund Colophonium mit 30 Pfund calcinirter Soda so lange, bis sich das Colophonium vollkommen gelöst hat. Diese Lösung kommt in den obenerwähnten eisernen Kessel und wird so weit verdünnt, daß auf jedes Pfund zu behandelnder Jute 1/4 Pfund calcinirte Soda kommt. Mit dieser Lösung kocht man die Jute beiläufig fünf Stunden lang. Man nimmt dann dieselbe heraus und kocht sie noch einmal in einer Sodalösung, welche auf jedes Pfund Jute 1/4 Pfund calcinirte Soda enthält. Die Kochung dauert etwa zwei Stunden. Man kann die Lösung durch Stehenlassen mit Aetzkalk etwas caustisch machen, doch nicht so sehr, daß ein Angriff der Faser zu befürchten ist. Es ist dann alles Harz und Fett aus der Jute entfernt. Es versteht sich von selbst, daß alle Laugen, mit etwas neuem Material aufgefrischt, mehrere Male hinter einander benutzt werden können.

Zum Bleichen verwendet man eine klare Chlorkalklösung von 6–8º Baumé, in welcher die Jute beiläufig sechs Stunden liegen bleibt, und säuert in Salzsäure von 2º Baume ab. Alsdann wäscht man.

Schneller geht die Bleichung, wenn man sich eine Chamäleonlösung von 1/2 Proc. Gehalt an trockenem Salz verschafft, diese mit 1/2 Proc. Bittersalz vermischt und die Jute darin so lange umzieht, bis sie lichtbraun geworden ist. Dabei sind irdene Kufen anzuwenden. Die Jute wird dann gewaschen und in eine Auflösung von schwefliger Säure in Wasser getaucht und darin gelassen, bis die braune Färbung einer lichtweißen gewichen ist. Die letztere Methode ist fast so billig als die erstere, aber binnen einer Viertelstunde ausführbar. (Musterzeitung für Färberei etc., 1870, Nr. 12.)

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