Titel: Unterschiede in der Zusammensetzung gewöhnlichen Wassers und daraus gebildeten Eises.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 196/Miszelle 7 (S. 267–268)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj196/mi196mi03_7

Unterschiede in der Zusammensetzung gewöhnlichen Wassers und daraus gebildeten Eises.

Die nachfolgende Beobachtung gehört zu denjenigen, von welchen man annehmen sollte, sie sey schon früher von Anderen gemacht worden. Da ich aber in allen den Werken, worin ich einen Aufschluß über dieselbe erwarten konnte, den Handbüchern von Berzelius, Gmelin, Otto, in dem Annuaire des eaux de la France, in Dupasquier's eaux de source et eaux de rivière, in den Jahresberichten von Berzelius, sowie dem von Liebig, Kopp, Will etc, nichts über dieselbe finde, theile ich sie mit. Daß beim theilweisen und ruhigen Gefrieren von Salzlösungen, wie z.B. von Meerwasser, der flüssig bleibende Theil eine concentrirtere Lösung darstellt, während der gefrorene nur wenig von den Salzen enthält, ist bekannt, nicht aber daß dieses Verhältniß sich bis auf die gewöhnlichen Brunnen- und Flußwässer etc., selbst solche von ganz geringer Härte, erstreckt.56)

Die Bestimmung des Abdampfungsrückstandes von geschmolzenem Seeeis ergab so auffallend wenig feste Bestandtheile im Vergleich zu früher gemachten ähnlichen Bestimmungen im Seewasser, daß ich mich bestimmt sah, der Sache etwas weiter nachzugehen.

Weil der Gehalt an festen Bestandtheilen im Wasser der Seen ebenso wenig eine unveränderliche Größe ist, wie derjenige der Quell- und Flußwässer, wollte ich nicht die Vergleichung des Eises mit dem vor Jahren geschöpften Wasser vornehmen, sondern ließ aus dem Zürcher See ganz zu gleicher Zeit Wasser schöpfen und von dem nahe |268| an derselben. Stelle gebildeten Eise sammeln. Das Seewasser wie das aus dem Schmelzen des Seeeises hervorgegangene erschienen klar, wurden aber doch filtrirt und von einem jeden 1 Liter abgedampft, endlich der Rückstand unter den üblichen Vorsichtsmaßregeln bei 110° C. getrocknet und abgewogen. Das Seewasser hinterließ vom Liter 0,128 Grm., das Eiswasser 0,026 Grm. Es ist nicht zu zweifeln, daß härtere Wässer als das des Zürchersees (und es ist ja nichts Seltenes, daß das Wasser von Quellen und Bächen an festen Bestandtheilen im Liter bis auf 0,4 ja 0,5 Grm. enthält) durch Gefrieren in ebenso starkem Verhältniß wie das Seewasser an Härte verlieren, und Umstände sind auch denkbar, in welchen man diese Erscheinung zu Nutzen ziehen kann. Dr. Bolley. (Schweizerische polytechnische Zeitschrift, 1870, Bd. XV S. 33.)

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Man s. die betreffenden Versuche von Robinet im polytechn. Journal, 1862, Bd. CLXV S. 146.

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