Titel: Aetzdruck auf Anilinfarben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 196/Miszelle 10 (S. 373–374)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj196/mi196mi04_10
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Aetzdruck auf Anilinfarben.

Auf solchen Zeugen, welche mit Anilinfarben gefärbt sind, kann man dadurch leicht weiße Zeichnungen hervorrufen, daß man die weiß herzustellenden Stellen des Stoffes oder Garnes mit einer Masse bedruckt, welche Zinkpulver enthält. Dieses Pulver ist ganz fein vertheiltes Zink mit etwas Zinkoxyd gemengt, welches in den Zinkhütten als ein schwierig zu verwerthendes graues Pulver gewonnen wird. Dasselbe hat in Folge seines hohen Gehaltes an ganz fein vertheiltem Zink eine große reducirende Kraft und reducirt die Anilinfarben zu ungefärbten löslichen Producten. Dasselbe Pulver ist auch zur Reduction des Indigotins der Küpe vorgeschlagen worden und wird gewöhnlich Leuchs' Präparat genannt, obgleich feststeht, daß nicht Leuchs, sondern der Chemiker Leonhardt der Erste war, welcher diese Verwendung des Zinkstaubes vorschlug und dieselbe auch vor langen Jahren in England patentiren ließ.

Das Zinkpulver wird zum Aetzdruck für Anilinfarben in einen Gummischleim eingerieben, dessen Zusammensetzung die folgende ist.

Man nimmt

100 Gramme Zinkstaub

(der Zinkstaub wird auch häufig unter dem Namen Zinkgrau, Gris de zinc, in den Handel gebracht)

und reibt denselben mit

50 Gram. Gummischleim von 20° Baumé.

zu einer homogenen Masse zusammen. In diese werden noch

20 Gram. einer Lösung von unterschwefligsaurem Natron von 25° Baumé

eingerührt.

Den so erhaltenen Schleim druckt man direct auf, läßt trocknen und dämpft. Nach dem Dämpfen thut man gut, mit schwach Salzsäure haltigem Wasser den Zinkschleim von der Waare fortzunehmen. Die Stellen zeigen sich dann vollständig weiß geätzt. (Musterzeitung für Färberei etc., 1870, Nr. 17.)

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