Titel: Trüffelbau in Frankreich.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 196/Miszelle 16 (S. 376)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj196/mi196mi04_16

Trüffelbau in Frankreich.

Der Trüffelbau nimmt in Frankreich von Jahr zu Jahr größere Verhältnisse an. Die Ernte vorigen Winters – denn die Trüffel wird im Winter reif – betrug drei Millionen Pfund. Das Pfund wird dem Producenten mit ungefähr 4 fl. 40 kr. bezahlt; ehe es jedoch an den Consumenten gelangt, steigert sich der Preis bis zu 17 fl., nach Qualität, Angebot und Nachfrage sich regulirend. Die Production vertheilt sich auf das mittlere und südliche Frankreich. Einige Departements liefern bis zu 200,000 Pfund. Das der niederen Alpen liefert 150,000 Pfund. Vor einigen Jahren legte ein intelligenter Händler, Ravel, regelmäßige Culturen an, die sich glänzend bewährten. Eichenpflanzungen werden angelegt und in den gelockerten Boden junge unreife Knollen gebracht und wieder bedeckt. Unter Eichbäumen von 8–10 Jahren findet man gewöhnlich die besten. Auch unter Wachholdersträuchen sind sie von besonders pikantem Aroma. Das feine Aroma entscheidet hauptsächlich deren Güte. Die Trüffeln unter 2 1/2 Loth taugen wenig; von diesem Gewicht an sind sie gut. Man findet sie bis zum Gewicht von 2 Pfund. Die besten kommen aus Perigord, Lot etc. Sie ertragen 5 bis 6° C. Kälte und werden nach dem ersten Frost ausgegraben; Hunde und Schweine, die sie gern fressen, zeigen die Stelle an, wo reife Trüffeln, die sich durch ihr Aroma verrathen, liegen. An der Luft verlieren sie nach einiger Zeit den feinen Geruch. Die Ausfuhr betrug im Jahr 1865 104-, 1866 120-, 1867 140,000 Pfund nach Rußland, England und Amerika. Hr. Rousseau in Carpentras, welcher 1832 nur 18,000 Pfund umsetzte, machte 1866 ein Geschäft von 109,900 Pfund. (Württembergischer Staats-Anzeiger.)

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