Titel: Ueber Gewinnung von Anthracen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 196/Miszelle 12 (S. 484)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj196/mi196mi05_12

Ueber Gewinnung von Anthracen.

Eine große Schwierigkeit für die Darstellung von künstlichem Alizarin in großem Maaßstab liegt in dem Mangel an genügenden Mengen Anthracen. Dieses scheint, wie Dr. Fr. Crace Calvert (nach Chemical News in der deutschen Industriezeitung) gefunden hat, nicht in größerem Verhältniß als 1/1000 Theer vorzukommen und erst im letzten Theil der Theerdestillation frei oder gebildet zu werden. Wird die Destillation nur so weit geführt, daß ein sehr weiches Pech zurückbleibt, so geben die erhaltenen Oele wenig oder gar kein Anthracen; destillirt man dagegen so, daß 10 oder 15 Proc. Oel mehr producirt werden, so bleibt einen hartes Pech zurück, das keinen oder doch nur geringen Werth hat, während die erhaltene Menge Anthracen, je nach Beschaffenheit der angewendeten Kohlen, 1 1/2 bis 8 Proc. von den abgeschiedenen schwersten Oelen beträgt. Es lohnt sich kaum, seiner Gewinnung wegen den Werth des Peches zu vermindern, auch ist seine Abscheidung aus den schweren Oelen und seine Reinigung sehr umständlich. Das reinste Product, welches Calvert in mäßig großem Maaßstab gewinnen konnte, enthielt, wenn kalt gepreßt, circa 40 Proc. und heiß gepreßt circa 70 Proc. Anthracen. Seine Darstellung wird dadurch erschwert, daß das Anthracen bei mäßigen Temperaturen in seinen Homologen sehr leicht löslich ist. So gibt z.B. ein Oel bei 40 oder 50° C. durch Filtration eine verhältnißmäßig große Menge Anthracen, bei 70 oder 80° C. dagegen wird das Anthracen vollständig gelöst.

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