Titel: Palatin-Orange, ein neuer ächter Farbstoff von Rudolph Knosp in Stuttgart.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 196/Miszelle 13 (S. 484–485)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj196/mi196mi05_13

Palatin-Orange, ein neuer ächter Farbstoff von Rudolph Knosp in Stuttgart.

Die Auflösung des Farbstoffes geschieht in heißem Wasser. Das Färben wird kochend in einem Bade vorgenommen, welches ganz wenig Säure enthält. Nimmt man Schwefelsäure, so genügen (wenn nicht etwa die Wolle vom Waschen her noch Alkali enthält) einige Loth auf einen Kessel. Besser dient Essigsäure, Weinsteinpräparat und Chlorzinn, wodurch man ohne Weiteres prachtvolle orange und goldgelbe Schattirungen erzielt.

Würde – etwa durch Anwendung von zuviel Säure – der erzielte Ton zu gelblich erscheinen, so genügt gutes Auswaschen nach dem Färben, um ihn auf die richtige Nüance zurückzuführen.

Das Orange ist ächt gegen Licht und Luft, sowie gegen Seife; es wird somit nicht nur für sich, sondern auch als Grund für eine Menge anderer Farben mit großem Vortheil angewendet.

Fuchsin auf solchen Orange-Grund gefärbt, empfiehlt sich besonders für vollfarbige hoch- und granatrothe Töne; ebenso geben Indigo-Carmin, Orseille, Violett und |485| Blau eigenthümliche Modefarben, welche durch diese Grundfarbe eine bedeutende Aechtheit erlangen.

Für den Druck auf Wolle und Seide stellt man eine concentrirte wässerige Lösung her, ohne Säure anzuwenden.

Für das Färben der Baumwolle nimmt man dieselbe zuerst durch eine Bleizuckerlösung, nachher durch ein Seifenbad, schließlich durch mit Schwefelsäure angesäuertes Wasser und wäscht aus. Das Orange färbt sich dann leicht auf, und es kann für rothe Töne noch ein Aufsatz von Fuchsin gegeben werden. (Musterzeitung für Färberei etc., 1870, Nr. 19.)

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