Titel: Eine neue Methode zum Schwarzfärben des Holzes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 196/Miszelle 16 (S. 485–486)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj196/mi196mi05_16

Eine neue Methode zum Schwarzfärben des Holzes.

Nach einem von Delique in Frankreich erfundenen und patentirten Verfahren kann man Holz in einem einzigen Bade und bei gewöhnlicher Temperatur schwarz färben. Das bezügliche Bad, welches dieses sogenannte Patentschwarz liefert, wird nach der „Musterzeitung für Färberei“ in folgender Weise hergestellt: Man mischt 175 Quart guten Holzessig, 100 Pfund geraspeltes Blauholz und 80 Pfund in Wasser gestoßene Galläpfel, bringt die Mischung in einen kupfernen Kessel, rührt sie täglich zwei- bis dreimal um, und setzt dieß acht Tage lang fort. Dann fügt |486| man 40 Quart Wasser hinzu und läßt so lange sieden, bis nur noch 90 Quart Flüssigkeit im Kessel sind. Hierauf läßt man die Flüssigkeit abkühlen und zieht sie, nachdem sie sich gehörig geklärt hat, ab.

Während der Zeit stellt man eine zweite Flüssigkeit in folgender Weise her: Man schüttet zu 45 Quart gutem Holzessig 20 Pfund Eisenfeilspäne, rührt von Zeit zu Zeit um, bis die Flüssigkeit 13 bis 14° Baumé zeigt und zieht sie nach der Klärung ab.

Die beiden so hergestellten Flüssigkeiten werden mit einander gemischt und gut durch einander gerührt. Hierauf läßt man nochmals absetzen und zieht wieder die klare Flüssigkeit ab; dieselbe hat eine schwarze Farbe und wird direct zum Färben jeder Art von Holz im kalten Zustande benutzt.

Die Holzstücke, welche man färben will, werden einfach in die Flüssigkeit eingetaucht und so lange, als man nach Versuchen für nöthig findet, darin gelassen. Je härter und fester das Holz ist, desto länger muß es in der Flüssigkeit bleiben; dieselbe dringt in die Fasern des Holzes ein und färbt dieselben schön schwarz.

Wenn man die Flüssigkeit zum Kochen bringt, so kann man die Operation beschleunigen und ein besseres Resultat erhalten. Ein Zusatz von einer geringen Quantität, etwa 1/3 Loth Oxalsäure würde vielleicht die Oxydation des Blauholzes bei Luftzutritt befördern, wie dieß bei der Bereitung der bekannten Schreibtinte geschieht. Man würde dann auch das Blauholz und die Galläpfel durch weniger als die Hälfte trockenen Blauholz- oder Galläpfelextract, welche leichter löslich und verhältnißmäßig nicht theurer sind, ersetzen können. Die zweite Flüssigkeit könnte man dadurch herstellen, daß man Eisenvitriol mit einer Lösung von Bleizucker mischt und das Klare abzieht.

Die von Delique angegebene Flüssigkeit kann auch zum Färben von Korbwaaren benutzt werden.

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