Titel: Ueber die Darstellung reinen Bromkaliums.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 196/Miszelle 10 (S. 583–584)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj196/mi196mi06_10

Ueber die Darstellung reinen Bromkaliums.

Nach Adrian ist das im Handel vorkommende Bromkalium nur selten rein. Mehrere von ihm untersuchte Proben enthielten durchschnittlich 10 bis 15 Proc. fremdartige Bestandtheile in einer Probe betrug aber der Gehalt an letzteren 35 Procent. Die Beimengungen bestanden in der Hauptsache aus schwefelsaurem Kali (bis 3,3 Proc.), |584| Chlorkalium (bis 30,0 Proc.), freiem oder kohlensaurem Alkali (bis 4 Proc.), Jodkalium und bromsaurem Kali. Es ist nicht möglich, aus solchen Producten durch einfache Operationen ein völlig reines Präparat zu gewinnen; man muß daher, um reines Bromkalium zu erhalten, das zur Darstellung desselben zu verwendende Brom einer Reinigung unterwerfen. Diese gelingt, indem man das käufliche Brom mit Wasser und wenig Aether schüttelt. Hierbei löst sich das vorhandene Bromchlorür wegen seiner größeren Löslichkeit im Aether und wird unter der Einwirkung des Wassers in Chlorwasserstoffsäure und Brom zerlegt. Durch mehrere successive Waschungen gelangt man dahin, das Chlor vollständig zu entfernen. Schüttelt man hierauf das Brom mit wenig Stärkekleister, so entzieht man ihm seinen Gehalt an Jod. Durch Destillation des so behandelten Broms erhält man ein chlor- und jodfreies Product, welches durch Lösen in chlor- und schwefelsäurefreier Kalilauge ein Gemenge von Bromkalium und bromsaurem Kali liefert. Letzteres wird durch Glühen in Bromkalium verwandelt, welches man in Wasser löst und krystallisiren läßt. Man erhält so ein Product, welches bezüglich seiner Reinheit vollkommen genügt, um zu medicinischen Zwecken verwendet zu werden.

Auch Bobierre und Herbelin haben sich mit der Aufgabe beschäftigt, das Bromkalium von dem sehr häufig darin vorkommenden Gehalt an Jodkalium zu befreien. Sie empfehlen, das Bromkalium in sehr wenig Wasser zu lösen, nach und nach Bromwasser zuzufügen, und darauf die Lösung zum Sieden zu erhitzen. Taucht man nach dem jedesmaligen Zusatz von Bromwasser unter Umrühren ein Stärkepapier in die Flüssigkeit, so sieht man die eintretende Reaction des Jods auf die Stärke allmählich abnehmen und schließlich verschwinden. Ein Ueberschuß von Brom ist zu vermeiden. Bekanntlich wird das Jod durch Brom aus seinen Verbindungen ausgetrieben. Die von Jod befreite Lösung wird zur Trockne verdampft, und der Rückstand umkrystallisirt. (Journal de Pharmacie et de Chimie, t. XI p. 17 st 166; polytechnisches Centralblatt, 1870 S. 777.)

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