Titel: Grand's Methode zum Gießen innen verzinnter Bleiröhren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 196/Miszelle 5 (S. 581–582)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj196/mi196mi06_5
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Grand's Methode zum Gießen innen verzinnter Bleiröhren.

Zur Herstellung von innen verzinnten Bleiröhren, welche zu Wasserleitungen etc. wegen ihrer Unangreifbarkeit durch die Flüssigkeit bedeutende Vortheile vor bleiernen haben, gibt Julien Grand jun. folgendes Verfahren an: Die beiden geschmolzenen Metalle werden in eine horizontale Form mit hohlen Zapfen eingegossen, während diese mit großer Geschwindigkeit um ihre Achse gedreht wird. Blei und Zinn werden beide in einem einzigen Tiegel geschmolzen, welcher am Boden mit einem Stöpsel oder Hahn versehen ist, von welchem aus eine Röhre in einen der hohlen Zapfen der Gußform führt. Sobald das Metall geschmolzen ist, öffnet man den Stöpsel; das Blei, als das schwerere der beiden Metalle, strömt zuerst in die Form und bildet den äußeren Umfang des Rohres, während das später in die Form gelangende Zinn die innere Schicht bildet; beide Metalle verbinden sich im flüssigen Zustande mit einander.

Der so erhaltene Blei-Zinn-Cylinder wird sodann aus der Form genommen, um in die hydraulische Presse gebracht zu werden, in welcher er zu einer Röhre von beliebigen Dimensionen umgewandelt wird, je nach der Stärke der Dorne und der Weite der Zieheisen welche in die Presse eingesetzt werden.

Um in dem gemeinsamen Schmelztiegel die Scheidung des Bleies von dem Zinn möglichst gut zu bewerkstelligen, befestigt man über der Oberfläche des Bleies einen Rost oder Trichter, auf welchem das Zinn zum Schmelzen kommt; besser noch bildet man den Schmelzapparat aus zwei über einander stehenden Tiegeln mit Stöpseln im Boden, in der Art, daß man zuerst das Blei und erst später das zur Bildung des inneren Rohrüberzuges dienende Zinn in die Form strömen läßt. (Armengaud's Génie industriel, März 1870, S. 154.)

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