Titel: Verfahren, eine Vermischung von Sodakrystallen mit Glaubersalzkrystallen zu erkennen; von Dr. Hermann Hager.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 196/Miszelle 9 (S. 583)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj196/mi196mi06_9

Verfahren, eine Vermischung von Sodakrystallen mit Glaubersalzkrystallen zu erkennen; von Dr. Hermann Hager.

Eine mit Glaubersalz verfälschte rohe Soda ist bei den meisten Kleinhändlern etwas ganz Gewöhnliches und im Detailverkauf schon zu einem Usus geworden, in welchem man keinen Betrug mehr zu finden scheint. Da bisher noch keine brauchbare Methode angegeben ist, wie der Nichtchemiker die Glaubersalzkrystalle neben den kleineren Sodakrystallen sicher zu erkennen vermag, so wurde auch die Nachweisung der Verfälschung, welche nur der Chemiker constatiren konnte, vernachlässigt, und die vom Kaufmann anfangs schüchtern gewagte Verfälschung hat sich zu einer selbstverständlichen Unsitte ausgebildet.

Dr. Hager nun, um die erwähnte Verfälschung nachzuweisen, eine Lösung von 1 bis 2 Theilen Sublimat (Quecksilberchlorid) in 100 Th. Weingeist von circa 80 Procent. Von den fraglichen Sodakrystallen wählt man kleinere Krystalle oder Stückchen und breitet sie auf einer einfachen Schale m der Art aus, daß ein Stückchen von dem anderen circa 1/2 Centimeter entfernt liegt. Diese Krystalle übergießt man mit der Sublimatlösung. In wenigen Augenblicken sieht man die Sodakrystalle sich rothbraun färben, während die Glaubersalzkrystalle farblos bleiben. Die Sublimatlösung verliert dabei nicht ihre Durchsichtigkeit und Farblosigkeit. Man kann sie daher von den Krystallen abgießen und noch einige Male zu demselben Zwecke verwenden. Das Mißliche an diesem Verfahren ist die Giftigkeit der Sublimatlosung; man kann dieselbe aber mit einigen Tropfen Benzin und Terpenthinöl parfümiren. Pharmaceutische Centralhalle, 1870, Nr. 10.)

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