Titel: Durand's Riemenaufleger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 197, Nr. XXV. (S. 114–115)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj197/ar197025

XXV. Riemenaufleger von Durand in Saint-Ouen (Seine-Departement).

Nach dem Bulletin de la Société d'Encouragement, März 1870, S. 145.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

In diesem Journal Bd. CLIV S. 73 und Bd. CLV S. 82 findet man eine eingehende Betrachtung über Herland's Vorrichtung zum Aus- und Einrücken durch Abwerfen und Auflegen des Treibriemens.

Y. Durand, Dreher in Farcot's Maschinenfabrik zu Paris, hat nun nach einem Bericht von Tresca im citirten Bulletin eine verbesserte Riemenauflegvorrichtung erdacht, welche wohl die eben erwähnte Herland'sche Construction zur Grundlage, einige Nachtheile derselben aber wirksam beseitigt hat.

Die neue Vorrichtung besteht, wie in Figur 18 bis 20 in drei verschiedenen Ansichten zu ersehen ist, aus einer Schneckenscheibe b, welche neben der Treibscheibe a lose auf der Welle angeordnet ist. Die Scheibe b hat eine durchaus gleiche Breite und die in einer Schraubenlinie aufgesetzte Leiste e zwingt den abgeworfenen Riemen auf die Vollscheibe a |115| aufzulaufen, sobald die Auflagscheibe b genügend stark gegen die andere Scheibe a angedrückt und somit von dieser etwas umgedreht wird. Zu diesem Behufe sitzt an der Nabe von b die Feder c und diese legt sich beim Andrücken gegen die volle Seitenwand der Treibscheibe a. Die Wand d am Riemenaufleger b verhindert das Abfallen des Riemens, Wenn derselbe ausgerückt ist.

Behufs der Ausrückung schiebt der Arbeiter mit Hülfe des Hebels g den Riemen auf die Scheibe b, welche in diesem Momente ruhig auf der Welle sitzt.

Sowie aber die Scheibe b durch den Stellring f etwas gegen die Treibscheibe angedrückt wird, veranlaßt die Leiste e eine geringe Verschiebung des Riemens, welcher in Folge der Mitnahme der Scheibe b vollends auf die Treibscheibe a gelangt.

Es besitzt demnach dieser Apparat die Vortheile der Leerscheibe und von Herland's Riemenaufleger, vermeidet aber die Hauptnachtheile beider Systeme. Er verbleibt in Ruhe, veranlaßt keinen Druck des ausgerückten Riemens auf die Welle, verursacht somit nur wenig Reibung. Die Antriebsscheibe bedarf keiner doppelten Breite wie bei Anwendung einer Leerscheibe neben der getriebenen Riemenscheibe. Durand's Riemenaufleger vermeidet die fortwährenden Oscillationen (das Schlagen) des Riemens, wie dieß bei Herland's Vorrichtung stattfand, wenn der Riemen nicht auf die Welle selbst geworfen werden konnte.

Die Anwendung des neuen Auflegers wird indeß auch eine beschränkte bleiben; denn er ist beinahe unnütz für Riemen welche nur geringe Kräfte übertragen, wie für einzelne Drehbänke u. dgl. Man wird ihn nur selten anwenden wenn die feste Scheibe direct vom Motor der Werkstätte bewegt wird, da man in diesem Falle stets eine Leerscheibe vorziehen wird, insbesondere wenn man diese auf einer Hülse anbringen kann, um den Druck auf einen festen Träger und nicht auf die Welle zu übertragen.

Es dürfte sich demnach der Gebrauch dieses Riemenauflegers auf die Fälle beschränken, in welchen man die Einrückung von stark belasteten Riemen während des Ganges der treibenden Welle bewerkstelligen muß.

Wird Durand's Riemenaufleger unter diesen Umständen solid und hinreichend billig angebracht, so kann er für Scheiben von 1 bis 1,5 Meter Durchmesser gute Dienste verrichten.

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