Titel: Nézeraux's Dampfmaschinen-Condensator.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 197/Miszelle 2 (S. 88–89)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj197/mi197mi01_2

Nézeraux's Dampfmaschinen-Condensator.

Die nach dem System Nézeraux construirten Kondensatoren sind speciell für solche Gegenden bestimmt, in denen bei Mangel an Wasser und wegen hoher Brennmaterialpreise die Aufstellung möglichst ökonomisch arbeitender Maschinen doppelt wünschenswerth ist. Bei Anwendung dieses Condensators kann man ununterbrochen nahezu dasselbe Wasser zur Kesselspeisung respective zur Abkühlung benutzen.

Der Apparat (condenseur hydro-atmosphérique genannt) besteht aus zwei Theilen, dem Condensator im engeren Sinne und einem Abkühler (rafraîchisseur).

Im Condensator umspült der auspuffende Dampf ein System paralleler Röhren, durch welche unaufhörlich Kühlwasser geleitet wird. Während nun das sich condensirende Wasser durch eine Pumpe in den Sammelbottich für das Speisewasser gebracht wird, gelangt das im Condensator erwärmte Kühlwasser in den Abkühler, um die Temperatur soweit zu erniedrigen, daß eine neue wiederholte Verwendung dieses Wassers im Condensator stattfinden kann.

Im Abkühler, einem Kessel mit einer fein durchlöcherten Platte in Verbindung mit einem Ventilator, welcher fortwährend frische Luft von unten nach oben durch die Siebplatte preßt, fließt das vom Condensator kommende erwärmte Kühlwasser über die Siebplatte und kommt in sehr fein vertheiltem Zustand mit der eingetriebenen frischen |89| Luft in Berührung, welcher das Wasser eine bedeutende Berührungsfläche darbietet, was natürlicherweise eine wesentliche Bedingung der guten Wirksamkeit dieses Apparates ist.

Die erwärmte, mit Wasserdampf gesättigte Luft zieht aus dem Abkühler in einen Kamin, während das genügend abgekühlte Wasser in eine Sammelgrube abfließt und hieraus durch eine Pumpe wieder in den Condensator gebracht wird. Einen Condensator dieses Systemes hat kürzlich der Ingenieur M. H. Flaud in Paris ausgeführt. (Nach Armengaud's Génie industriel, Mai 1870, S. 225).

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