Titel: Abgekürztes Manipuliren beim Probiren von Gold und Silber in Barren; von Tookey, Probirer an der kais. japanesischen Münze.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 197/Miszelle 8 (S. 93)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj197/mi197mi01_8

Abgekürztes Manipuliren beim Probiren von Gold und Silber in Barren; von Tookey, Probirer an der kais. japanesischen Münze.

Die Anzahl einzelner Operationen, welche vom ersten Einwägen einer Probe ungemünzten Goldes bis zum zweiten Auswägen erforderlich ist, bevor ihr Feingehalt festgestellt werden kann, ist jedem Probirer bekannt. Der Verfasser war in Verbindung mit dem verstorbenen Hewny bestrebt ein Verfahren zur gleichzeitigen Ausführung einer Anzahl von Proben aufzufinden und befolgt zu diesem Zwecke jetzt nachstehende Methode. Ein conisch gestaltetes Platinrohr wird an seinem engeren Ende mit einer siebähnlich durchlöcherten Platte verschlossen; das weitere Ende ist mit einer Schulter versehen, so daß es von einer mit kreisförmigen Löchern versehenen Porzellanplatte getragen werden kann. Solcher Röhren werden mehrere gleichzeitig benutzt. Jedes Rohr und jede Oeffnung der Platte ist mit einer Nummer versehen, so daß jede Probe nach der Operation erkannt werden kann. Die ganze Anordnung wird, nachdem die einzelnen Rohre beschickt worden, in ein Gefäß getaucht, welches Salpetersäure von der geeigneten Stärke enthält, die nöthige Zeit bei Siedhitze behandelt u.s.f. In dieser Weise kann eine große Anzahl von Proben auf einmal ausgeführt und somit viel Zeit erspart werden.

Eine ähnliche Zeitersparniß läßt sich auch beim Probiren von ungemünztem Silber auf trockenem Wege erzielen. Eine der hierbei erforderlichen Operationen ist das Ausplatten und Abbürsten der von der Kapelle weggenommenen Silberkönige. Der Verf. wendet anstatt dessen folgendes Verfahren an: Er legt die Silberkönige in perforirte Vertiefungen welche in einer Platinplatte eingetrieben sind, befestigt jeden Regulus mittelst eines Griffes von Platindraht, taucht die Platinplatte in reine Salzsäure und erhitzt so lange, bis alle den Silberkönigen anhaftende Knochenasche aufgelöst worden ist. Hierauf nimmt er die Platinplatte aus der Salzsäure heraus, wäscht sie nebst den Silberkönigen sorgfältig ab und trocknet sie dann. Die Vertiefungen der Platte werden den in der Muffel stehenden Kapellen entsprechend numerirt. (Vorgetragen in der Sitzung der Chemical Society zu London vom 19. Mai 1870. – Chemical News, vol. XXI p. 246.)

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