Titel: A. Rieu's Verfahren zur Darstellung von Krappfarbstoffen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 197/Miszelle 13 (S. 189–190)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj197/mi197mi02_13

A. Rieu's Verfahren zur Darstellung von Krappfarbstoffen.

Schützenberger in Mülhausen (Elsaß) hat 1863 durch Erhitzen von Alizarin und Purpurin in reinem Wasser unter starkem Druck diese Farbstoffe in größerer Menge gelöst und hierauf krystallisirt erhalten. Auf dasselbe Princip gründet sich vielleicht die nicht veröffentlichte Darstellungsweise der Krappfarbstoffe von der Firma Meissonier in Paris, welche seit einiger Zeit große Quantitäten Krappextract für den Druck fabricirt, und dasselbe Princip liegt folgendem für Alfred Rieu in Frankreich neuerdings patentirten Verfahren zu Grunde. Gemahlener Krapp wird durch |190| Waschen mit kaltem Wasser von den Pectinstoffen und dem Zucker befreit, und hierauf in Trockenräumen getrocknet. Alsdann behandelt man ihn in starkwandigen Autoclaven mit reinem oder zur Entfernung des Kalkes schwach mit Schwefelsäure angesäuertem Wasser, bei einer Spannung von 4 bis 5 Atmosphären und einer Temperatur von circa 150° C. Nach 1/4 bis 1/2 Stunde läßt man die Flüssigkeit abfließen und in Trögen erkalten, wobei sie die gelösten Krappfarbstoffe in rothen Flocken fallen läßt. Die Mutterlauge wird anstatt reinen Wassers wieder mit demselben Krapp im Autoclaven zusammengebracht und nach 1/2stündiger Erhitzung abgelassen und so fort, bis der Krapp völlig erschöpft ist und durch frischen ersetzt werden muß. Die in der Kälte ausgefallenen Flocken werden auf Filtern gesammelt und hierauf getrocknet. Der Krapp wird in dem Autoclaven in einem Korbe aus dichtem Metallgewebe eingehängt; letzterer hängt an einer durch eine Stopfbüchse gehenden verticalen Welle, durch welche der Korb mittelst einer Kurbel oder Riemenscheibe von außen in Umdrehung versetzt werden kann, um die Berührung mit dem Lösungsmittel zu erleichtern. Der Hahn, durch welchen die Flüssigkeit aus dem Autoclaven abfließt, kann mit einem aus Filztuch hergestellten Filter verbunden seyn, um fortgerissenen Krapp zurückzuhalten. (Deutsche Industriezeitung, 1870, Nr. 27.)

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