Titel: Zur Generatorfeuerung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 197/Miszelle 4 (S. 185–186)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj197/mi197mi02_4
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Zur Generatorfeuerung.

In einer längeren Abhandlung über das regenerative Gasofensystem („Technische Blätter“ Bd. II S. 69) theilt C. Nehse unter Anderem seine Erfahrungen über die Zusammensetzung der Gase mit, welche bei der unvollkommenen Verbrennung verschiedener Brennmaterialien in den Generatoren gebildet werden. Analysen von Gas aus Kohks, welche bei Nehse's Anwesenheit in der Pariser Gasanstalt zu Vaugirard gemacht wurden, ergaben nur ein Gemenge von Kohlenoxyd, gemischt mit Stickstoff und einer kleinen Menge Kohlensäure von 2 bis 4 Proc. variirend, eine Zusammensetzung wie sie sich auch durch Berechnung ergeben würde.

Die Zusammensetzung des Gases welches aus Steinkohlen erzeugt wird, ist natürlich eine ganz andere. Nehse fand die Zusammensetzung, je nach der Art der Kohlen und dem Zustande des Gaserzeugers, folgendermaßen:

Kohlenoxyd 17 bis 22 Proc.
Wasserstoff 5 „ 17 „
Kohlenwasserstoff 3 „ 6 „
Kohlensäure 3 „ 10 „
Stickstoff 55 „ 65 „
Sauerstoff 0,1 „ 3 „

Im Mittel stellen sich diese Zahlen bei regelmäßigem Gang des Apparates und schwach backenden Kohlen auf:

Kohlenoxyd 23,7 Proc.
Wasserstoff 8 „
Kohlenwasserstoff 2,2 „
Kohlensäure 4,1 „
Stickstoff 61,5 „
Sauerstoff 0,4 „
–––––––––
99,9

Der hohe Gehalt an freiem Wasserstoff hat seinen Grund in der Zuführung von Wasser unter die Roste, welches durch die strahlende Wärme des Feuers in Dampfform dem glühenden Brennstoffe zugeführt wird und dabei eine Zersetzung in Wasserstoff und Kohlenoxyd erleidet, die den übrigen Gasen beigemischt werden. Wenn auch durch die Verbrennung des so entwickelten Wasserstoffes nicht mehr Wärme erzeugt wird, als zu seiner Bildung nöthig war, so wird doch das Gemisch der verschiedenen Gase dadurch reichhaltiger an brennbaren Gasen, weil das Wasser und die glühenden Kohlen nur Kohlenoxyd und Wasserstoff bilden, beides brennbare Gase, glühende Kohlen und atmosphärische Luft aber Kohlenoxyd und Stickstoff im Verhältniß von ungefähr 1 Thl. brennbares Gas zu 2 Thln. nutzlosen Stickstoffes. Der freie Sauerstoff rührt unstreitig von dem Entweichen atmosphärischer Luft aus der Kohlenschicht her, ehe dieselbe die Roste erreicht hat.

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